Roger Federer Roger
Federer [ˈrɔdʒər]
(* 8.
August 1981 in
Basel )
ist ein Schweizer Tennisspieler.
In seiner bisherigen Karriere gewann Federer die Rekordanzahl von
17
Grand -
Slam -Turnieren
im Einzel und beendete die
Jahre 2004, 2005, 2006, 2007 und 2009 an
der Spitze der
Tennis -Weltrangliste.
Insgesamt gewann Federer bisher 78
Titel im Einzel und acht
im Doppel.
Federer
ist der einzige Spieler, der dreimal in seiner Karriere drei
Grand-Slam-Titel in
einer Saison gewann.
Dies gelang ihm 2004, 2006
und 2007. Zudem ist der Schweizer einer von sieben Spielern, die im
Laufe ihrer Karriere alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal
gewannen und
neben William
Renshaw und
Pete Sampras mit sieben Titeln Rekordsieger des Tennisturniers
von Wimbledon.
Federer
wurde in den Jahren 2005, 2006, 2007 und 2008
zum Weltsportler
des Jahres gewählt.
Bereits
zu aktiven Zeiten
wird Federer von Tennisexperten zu den
besten Spielern in der
Geschichte dieses
Sports gezählt und oftmals
auch als bester Spieler
aller Zeiten bezeichnet.
Persönliches
Roger
Federer, der Sohn eines Schweizers (Robert Federer) und
einer Südafrikanerin (Lynette),
wuchs zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester
Diana [9] in Riehen und
im Wasserhaus in Münchenstein (Vororte
von Basel)
auf.[10] Mit
der Herkunft seiner
Mutter hängt
laut Federer[11] auch
die englische Aussprache
seines Vornamens zusammen, die damit
nicht der in der
Schweiz sonst üblichen französischen Aussprachsvariante
[rɔˈʒeː]
entspricht. Federer spricht drei Sprachen
(Deutsch,
Englisch und Französisch)
fliessend und
kann deshalb in Pressekonferenzen und Interviews
problemlos zwischen den einzelnen Sprachen wechseln.[12] Federer
besitzt neben dem Schweizer auch den südafrikanischen Pass.[13]
Seine Ehefrau ist Mirka
Federer-Vavrinec, eine ehemalige Schweizer Profi-Tennisspielerin,
die ihre Karriere 2002
wegen einer Fussverletzung beenden musste. Die
beiden lernten
sich am Rande der Olympischen
Spiele 2000 in
Sydney kennen .[14] Am
11. April 2009 heirateten Federer und Vavrinec in Riehen bei Basel im
engsten Familien- und Freundeskreis,[15] am
23. Juli 2009 wurden sie
Eltern von Zwillingstöchtern.[16]
Roger
Federer liess sich aus medizinischen Gründen militärdienstuntauglich
erklären.[17] Dies
führte zu einigen Diskussionen in der Schweizer Öffentlichkeit, da
in der Schweiz seit einigen Jahren
immer mehr Männer eines Jahrgangs
dienstuntauglich
werden . 2006 waren gerade
noch 65 %
militärdiensttauglich.
Im
Dezember 2003 gründete Federer eine Stiftung,
die Hilfsprojekte für Kinder
finanziell unterstützt, hauptsächlich
in Südafrika, dem Heimatland seiner Mutter.[18] Zudem
war Federer auch sehr
stark in die
Tsunami -Hilfsprojekte
nach dem Erdbeben
im Indischen Ozean 2004 involviert und spielte eine Reihe
von Benefiz-Turnieren zur Unterstützung der Betroffenen.[19] Im
April 2006 wurde Roger Federer als erster Schweizer
zum internationalen
UNICEF-Botschafter ernannt.[20] Wegen
dieses ehrenamtlichen Engagements wurde er 2006 von Kinderlachen mit
dem Kind-Award ausgezeichnet.[21]
Federer
interessiert sich auch sehr für den lokalen Fussball;
er ist Fan des FC
Basel[22] und
der Schweizer
Nationalmannschaft. Er wohnt in Bäch im Kanton
Schwyz.
Tenniskarriere
Kindheit
und
Jugend (1984–1998)
Im
Unterschied zu vielen
anderen Grössen der Tennisgeschichte machte
Roger Federer in seinen jungen Jahren als Tennistalent nur recht
wenige Schlagzeilen. Wie auch in seiner späteren Profikarriere
zeichnete er sich eher
durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung
aus. Spektakuläre Erfolge in der Jugendzeit folgten
erst spät. So
gab es keine grossangelegten Reportagen über den jungen Federer, wie
es bei anderen Tennistalenten wie
Andre Agassi,
Martina Hingis
oder Steffi
Graf der
Fall war.[23] Der
Schweizer begann im
Alter von drei Jahren das Tennisspielen und
trat mit acht Jahren dem grösseren Tennisclub TC Old
Boys bei.[24]
Hier wurde seine Weiterentwicklung massgeblich durch die Trainer Adolf
Kacovský und Peter
Carter vorangetrieben.[25]
Nachdem
er 1993 bereits
erste nationale Erfolge im Tennis hatte
feiern können,[26] entschied
Federer mit zwölf Jahren, sich vollkommen auf den Tennissport zu
konzentrieren und sein ebenfalls ausgeprägtes
Talent im Fussball
nicht weiter zu fördern.[27] 1995
folgte der Wechsel ins nationale Trainingscenter der Schweiz
in Ecublens.
Ab
sofort wurde Federer vom Schweizer Verband gefördert und konnte
in den Jahren 1995 bis 1997 sieben Schweizer Juniorenmeistertitel
erringen. 1995 konnte Federer zudem in Miami beim Orange
Bowl , dem letzten
grossen internationalen Juniorenturnier des
Jahres, das Achtelfinale
erreichen . Obwohl er
dort ausschied,
betrachtete er dies als seinen bisher grössten internationalen
Erfolg.[28] Ab
1997 nahm Federer vermehrt an internationalen Turnieren teil und
konnte im Mai in
Prato seinen ersten grösseren internationalen
Juniorentitel gewinnen.
Gleichzeitig
fiel auch die Entscheidung, die
Schule im Alter von 16 Jahren zu
verlassen und sich nur noch auf die Tenniskarriere zu konzentrieren.
Dies war zu diesem Zeitpunkt durchaus ein Risiko, da sich Federer
zwar bereits
einen Namen auf der Juniorentour gemacht hatte,
aber vom
Sport alleine noch nicht
leben konnte.[29]
Doch 1998 folgte der Durchbruch auf der Juniorentour: Im
Januar erreichte
er das Halbfinale der Junioren-
Australian -
Open ,
in Wimbledon folgten der Sieg im Einzel und im Doppel.
Diese Erfolge
ermöglichten Federer auch erste Turnierteilnahmen auf der
Profitour.[30] Sein
Debüt auf der ATP
Tour gab er im Juli 1998 in Gstaad;
im September konnte er in Toulouse bereits sein erstes Viertelfinale
bei den Profis erreichen. Mit dem Gewinn des Orange Bowl im Dezember,
der zugleich sein letztes Juniorenturnier darstellte, sicherte sich
Federer zum Jahresende
Platz 1 der Juniorenrangliste. Dies war für
den Schweizer nicht nur ein grosser Prestigeerfolg,
sondern auch ein
Sprungbrett für den endgültigen Umstieg zur Profitour.[31]
Beginn
der Profikarriere (1999–2000)
Der
offizielle Status als Junioren-Weltmeister und
Junioren-Wimbledonsieger
half dem mittlerweile 17-jährigen Federer,
auf der Profitour Fuss zu fassen. Er erhielt im Laufe seiner ersten
vollständigen Profisaison insgesamt acht Wildcards für
ATP-Turniere.[31] So
hatte er im Frühjahr sein Ziel, am Ende der Saison
unter den 200
besten Spielern der
Welt geführt zu werden, übertroffen.[32] Bei
seinem
Davis -Cup-Debüt
gelang Federer ein Sieg im Einzel, womit er Anteil am Weiterkommen
seines
Landes ins Viertelfinale des Wettbewerbs hatte. Im
Sommer nahm
Federer erstmals an den Grand-Slam-Turnieren von
Roland Garros und
Wimbledon teil, wobei er bei beiden Turnieren in der ersten Runde
ausschied. Später im
Jahr spielte der Schweizer seine Stärke bei
Hallenturnieren aus.[33] So
konnte er in
Wien sein erstes Halbfinale auf der ATP
Tour erreichen. Damit schaffte er den Sprung unter die
besten 100 Spieler der Tennis-Weltrangliste;
die Saison beendete er auf Platz 64.
Nach
den Erfolgen im Debütjahr setzte sich Federer für die Saison 2000
eher bescheidene Ziele – die Etablierung unter den besten 50
Spielern der Welt.[34] Weiterhin
zeigte sich Federer als Hallenspezialist, auch
wenn ihm in dieser
Saison erstmals Erfolge bei Freiluftturnieren gelangen. In
Marseille erreichte Federer zu Beginn des Jahres sein erstes Finale auf der
Profitour, das er gegen seinen älteren Landsmann
Marc Rosset
verlor . Nachdem der Sprung unter die Top 50 der Welt
damit bereits vollzogen war, wurden die Ziele für die Saison auf
Platz 25 hochkorrigiert.[35] Im
April erklärte Federer die Trennung vom Schweizer Verband und damit
auch von seinem
Coach Peter Carter. Federer begründete den Schritt
damit,
dass er mittlerweile in der
Lage sei, auf eigenen Füssen zu
stehen , und sich deshalb für den selbstständigen Weg entschieden
habe.[35] Als
neuen Trainer verpflichtete er den Schweden Peter
Lundgren. Der neue Trainer erkannte das Talent, aber auch noch
Entwicklungspotenzial in seinem 18-jährigen Schützling.[36]
Die
Sommersaison bestritt Federer mit zahlreichen Erstrundenniederlagen,
und seine Bilanz bei wichtigen Turnieren
blieb damit bescheiden.
Dennoch nominierte ihn sein Verband für dieOlympischen
Spiele in Sydney, wo Federer das Halbfinale erreichte. In
beiden
Spielen um eine Medaille musste Federer allerdings eine
Niederlage hinnehmen. Bei seinem Heimturnier in Basel erreichte
Federer ein zweites Finale auf der ATP Tour. Diesmal unterlag er dem
Schweden
Thomas Enqvist. Mit Platz 29 am Jahresende in der Weltrangliste
verpasste er zudem sein ausgegebenes Saisonziel. Im
Winter verpflichtete er
Pierre Paganini als Fitnesscoach, um auch körperlich den
Anforderungen der Weltspitze gerecht zu werden.[37]
Vom
ersten Titel zum Wimbledonerfolg (2001–2003)
Mit
der Zielsetzung, in seiner dritten Profisaison seinen ersten
Turniersieg zu erzielen und eine Platzierung unter den besten 15
Spielern der Welt einzunehmen, startete Federer in die Saison
2001.[38] Nachdem
er den Hopman
Cup 2001 mit Martina
Hingis im Januar gewonnen hatte, erfüllte sich im
Februar das erste Ziel: Im dritten Anlauf gewann Federer erstmals ein
Turnierfinale in Mailand gegen Julien
Boutter. Im Davis Cup hatte Federer mit zwei Einzelsiegen
entscheidenden Anteil am Erstrundensieg der Schweiz gegen die USA. Im
Viertelfinale des Wettbewerbs gegen Frankreich erklärte Federer,
dass er unter Davis-Cup-Coach Jakob
Hlasek zukünftig nicht mehr am Davis Cup
teilnehmen werde.
Wenige Wochen später wurde der Vertrag mit Hlasek gelöst, was
Federers gestiegene
Bedeutung im Schweizer Tennis bewies.[39] In
der folgenden Sandplatzsaison erreichte Federer seinen ersten
Viertelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier. Als
Nummer 15 der
Welt startete der Schweizer in Wimbledon. Dort
traf er im
Achtelfinale auf den siebenmaligen Titelträger Pete
Sampras. Nach fünf Sätzen
stand der 19-jährige Schweizer als
Sieger fest und beendete damit Sampras' Serie von 31 Siegen in Folge
in Wimbledon. Die folgende Viertelfinalbegegnung gegen den Briten Tim
Henman verlor Federer jedoch. Im Turnierverlauf hatte sich
Federer eine Leistenverletzung zugezogen, die ihn im
Anschluss zu
einer siebenwöchigen Pause zwang. Erst zu den US
Open im Spätsommer war er wieder fit, wo er im Achtelfinale
gegen Andre Agassi verlor. Ein Finaleinzug in Basel während der
folgenden Hallensaison reichte nicht aus, um den nach den Ergebnissen
der ersten Saisonhälfte möglichen Einzug beim Tennis
Masters Cup der besten acht Saisonspieler zu realisieren.
Federer beendete die Saison auf Platz 13 der Weltrangliste.
Roger
Federer bei den US Open 2002
Zu
Beginn der Saison 2002 konnte Federer in Sydney seinen zweiten
Karrieretitel feiern. Bei den Australian
Open unterlag er
dagegen im Achtelfinale, genauso wie im
Finale von Mailand. Im März erreichte er in Miami sein erstes Finale
bei einem Masters-Series-Turnier, verlor das Spiel gegen den
Amerikaner Andre Agassi aber in vier Sätzen. Wenige Wochen später
folgte die zweite Finalteilnahme bei einem Turnier dieser Kategorie
in
Hamburg . Diesmal konnte Federer das Finale gegen den Russen
Marat Safin für sich entscheiden. Als zweitplatzierter Spieler
im Champions
Race reiste der 20-jährige Federer nach
Paris an. Hier
scheiterte er überraschend in der ersten Runde an Hicham
Arazi.[40] Auch
in Wimbledon schied der Schweizer in der ersten Runde aus. Der von
den Buchmachern als fünftbester Spieler des Turniers eingestufte
Schweizer verlor in drei Sätzen gegen den KroatenMario
Ančić.
Mittlerweile
wurde offen von einer Grand-Slam-Blockade von Federer gesprochen. Der
Schweizer (der bereits als zukünftiger mehrfacher Grand-Slam-Sieger
gehandelt wurde) schien bei den vier Turnieren der höchsten
Kategorie
selten in der Lage zu sein, sein bestes Tennis
abzurufen.[41] Bis
zu den US Open konnte Federer bei vier Turnieren nur ein Spiel
gewinnen. Federers Spiel litt unter den Gedanken an den Unfalltod
seines ehemaligen Trainers Peter Carter in Südafrika Anfang August
2002.[42] In
New
York schied Federer erneut im Achtelfinale aus. Dennoch gelang
ihm die Qualifikation für den Tennis Masters Cup, da er in der
Hallensaison bei fünf Turnieren immer mindestens das Viertelfinale
erreichte und in Wien seinen vierten Turniersieg errang. Dem
Schweizer gelang dabei die Qualifikation für das Turnier
neben
Carlos Moyá als einzigem Spieler
ohne Grand-Slam-Viertelfinalteilnahme im Saisonverlauf. Federer gewann
seine drei Gruppenspiele und erreichte damit das Halbfinale gegen den
WeltranglistenerstenLleyton
Hewitt. In einem engen Spiel gab Federer einige Möglichkeiten
aus der
Hand und verlor die Begegnung am Ende im dritten Satz mit
5:7.[43] Er
beendete die Saison auf Platz sechs der Weltrangliste.
Als
Ziel für die Saison 2003 setzte Federers Trainer Lundgren den Sprung
unter die ersten vier Spieler der Weltrangliste an.[44] Zudem
gab Federer weiterhin als erklärtes Ziel den Sieg bei einem
Grand-Slam-Turnier aus.[45] Bei
der ersten
Chance darauf verlor er im Achtelfinale der Australian
Open gegen David
Nalbandian. Nach fünf Sätzen war er dem Argentinier unterlegen.
In den nächsten Monaten erreichte Federer vier
Finals auf der Tour
und konnte in Marseille,
Dubai und München seine ersten Saisontitel
gewinnen. In Rom konnte er allerdings auch die Chance auf einen
zweiten Masters-Series-Titel nicht nutzen. Im Davis Cup konnte
Federer fünf seiner ersten sechs Begegnungen gewinnen und erreichte
damit erstmals in seiner Karriere mit der Schweiz das Halbfinale in
diesem Wettbewerb. So galt der Weltranglistenfünfte vor den
French Open wie im Vorjahr als einer der Turnierfavoriten.[46] Nach
einer erneuten Erstrundenniederlage (gegen Luis
Horna) bei einem Grand-Slam-Turnier sah sich der Schweizer
allerdings dem Spott der Presse ausgesetzt. Die Ursache von Federers
Erfolglosigkeit bei grossen Turnieren wurde auf eine
mentale Schwäche
zurückgeführt.[41]
Nach
den French Open begann der Schweizer die Vorbereitung auf das Turnier
in Wimbledon bei den
Gerry Weber Open in
Halle . Dort konnte er seinen
vierten Saisontitel gewinnen und damit eine neue persönliche
Saisonbestleistung aufstellen. In Wimbledon wurde er von den
Buchmachern in diesem Jahr auf Platz 3 gesetzt[47] und
erreichte erstmals seit acht Auftritten wieder die Viertelfinalphase
bei einem Grand-Slam-Turnier. Nachdem er durch längere
Regenunterbrechungen zu Beginn der zweiten Turnierwoche eine
Rückenverletzung hatte auskurieren können, traf der Schweizer im
Halbfinale auf
Andy Roddick. In drei Sätzen gelangen Federer 61 Gewinnschläge bei
lediglich 12 unerzwungenen Fehlern seinerseits, wodurch er ins erste
Grand-Slam-Finale seiner Karriere einzog. Der Australier Mark
Philippoussis konnte Federer im Finale zwar zweimal in
einen Tie-Break zwingen,
war am Ende aber dennoch unterlegen und Federer konnte seinen ersten
Grand-Slam-Titel feiern. Damit hatte sich das Saisonziel des
Schweizers erfüllt und auch die spöttische Berichterstattung
verstummte.[48]
Nach
dem Sieg in Wimbledon griff Federer auch in den
Kampf um den ersten
Platz in der Weltrangliste ein. In den nächsten Wochen vergab er
mehrere Möglichkeiten, diese
Position zu erreichen. So unterlag er
Roddick in
Kanada im Halbfinale nach 4:2 Führung im entscheidenden
Satz. In Cincinnati und bei den US Open war er dagegen David
Nalbandian unterlegen. Auch im Davis-Cup-Halbfinale gegen Australien
musste Federer in der vorentscheidenden Partie gegen Lleyton Hewitt
die Partie noch nach einer 2-0 Satzführung bei 5:3 Spielstand im
dritten Satz abgeben. Damit verpasste die Schweiz den zweiten
Finaleinzug im Davis Cup nach 1992. Trotz des sechsten Saisonsieges
während der Hallensaison in Wien war die Weltranglistenspitze für
Federer in dieser Saison nun nicht mehr erreichbar. Doch beim Masters
Cup in Houston konnte Federer seine Saison mit einem Erfolg
abschliessen. Der Schweizer gewann wie im Vorjahr seine drei
Gruppenspiele und
schlug den bereits als Weltranglistenersten
feststehenden Roddick im Halbfinale. Im Finale besiegte er Andre
Agassi in drei Sätzen und gewann seinen ersten Weltmeistertitel.
Federer beendete die Saison 2003 auf Platz 2 der Weltrangliste. Für
Verblüffung sorgte im Dezember 2003 die Trennung von Trainer
Lundgren, die Federer mit Abnutzungserscheinungen und dem Gefühl,
etwas Neues zu
brauchen , begründete.[49]
Auf
dem ersten Platz der Weltrangliste (2004–2008)
In
der Öffentlichkeit wurde Federer für die Trennung von seinem
Erfolgstrainer kritisiert. Doch trotz Zweifel an seiner Form und
keiner überstürzten Suche nach einem neuen Trainer konnte sich
Federer bei den Australian Open 2004 ohne Satzverlust bis ins
Achtelfinale vorspielen.[50] In
jeweils vier Sätzen schlug er nachfolgend mit Hewitt und Nalbandian
zwei Spieler, die
beide noch
positive Spielbilanzen gegen den
Schweizer vorweisen konnten. Nach einem Sieg gegen den
Weltranglistenzweiten
Juan Carlos Ferrero erreichte er das Turnierfinale. Gegner Marat
Safin schlug er im Finale in drei Sätzen und erreichte damit den
zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Gleichzeitig eroberte der
Schweizer auch die Weltranglistenspitze, die er bis zum 17. August
2008 innehatte. Bis zu den French Open im Mai gewann er drei weitere
Titel, darunter auch die Masters-Series-Turniere in
Indian Wells und
Hamburg. In Paris unterlag Federer in der dritten Runde allerdings
dem dreifachen Titelträger Gustavo
Kuerten. Auf den Rasenplätzen von Halle und Wimbledon konnte
Federer jedoch das erneute
Double gewinnen. Im Finale von Wimbledon
konnte Andy Roddick Federer anders als bei der Halbfinalbegegnung im
Vorjahr zwar einen Satz abnehmen, aber Federer konnte seinen Titel
letztlich verteidigen. In Gstaad und
Toronto baute der Schweizer
seine Siegesserie auf 23 Spiele aus, bis er in Cincinnati sein
Auftaktmatch verlor.
Eine
grössere Enttäuschung war für Federer aber die
Zweitrundenniederlage bei den Olympischen
Spielen in
Athen gegen den Tschechen Tomáš
Berdych.[51] Der
Schweizer war in Athen nicht nur als klarer Medaillenkandidat[52],
sondern auch als Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier
angetreten. Gleichzeitig bildete diese Niederlage aber auch den
Startpunkt für eine weitere Siegesserie in den nächsten Wochen. Bei
den US Open in New York wurde er nur im Viertelfinale von Andre
Agassi über die volle Distanz von fünf Sätzen gezwungen. Im Finale
überliess er Lleyton Hewitt lediglich sechs Spiele in drei Sätzen
auf dem Weg zu seinem dritten Grand-Slam-Titel der Saison. Er war
dabei der erste Spieler seit dem Schweden Mats
Wilander1988, dem dieser Erfolg gelang. Die anschliessende
Hallensaison musste der Schweizer wegen eines Muskelfaserrisses
fast komplett absagen. Rechtzeitig zum Masters Cup war er allerdings
wieder fit. Dort erreichte er ungeschlagen das Finale und traf erneut
auf Hewitt. Den ehemaligen Weltranglistenersten bezwang er zum
sechsten Mal in dieser Saison und baute damit seine Position an der
Weltspitze weiter aus.
Roger
Federer bei den US
Open 2005
Zur
neuen Saison 2005 verpflichtete Federer den Australier
Tony Roche als neuen Trainer. Roche, der bereits als Coach
von Ivan
Lendl und
Patrick Rafter Spieler zu mehreren Grand-Slam-Erfolgen geführt
hatte, sollte Federer insbesondere bei den wichtigen Turnieren zur
Seite stehen. So lag das besondere Augenmerk für diese Saison auf
den French Open, die Federer in seiner bisherigen Karriere noch nicht
gewinnen konnte.[53] Die
Siegesserie, die Federer aus der alten Saison mitbrachte, riss im
Halbfinale bei den Australian Open gegen Marat Safin nach mehr als
vier Stunden Spielzeit. Es folgten vier Turniersiege in Serie, unter
anderem konnte der Schweizer auch erstmals das Double aus den
Masters-Turnieren von Indian Wells und Miami gewinnen. Im Finale von
Miami drehte er dabei noch einen 0:2-Satzrückstand gegen den
Spanier
Rafael Nadal . Dieser erreichte durch regelmässige Erfolge auf
Sandplätzen den zweiten Platz in der Weltrangliste und verkürzte
den Abstand auf Federer zunehmend.[54] Nach
Federers sechstem Saisontitel in Hamburg kam es in Paris im
Halbfinale erneut zur Begegnung Federer-Nadal. Diesmal unterlag der
Schweizer nach vier Sätzen. Zwar hatte Federer sein bisher bestes
Resultat bei den French Open erreicht, doch er blieb im Saisonverlauf
weiter ohne Grand-Slam-Titel.
Tatsächlich
war die Niederlage in Frankreich aber der Auftakt zur zu diesem
Zeitpunkt längsten Siegesserie seiner Karriere. In Wimbledon gab er
auf dem Weg zum Titelhattrick nur einen Satz ab, bei den US Open
schlug er Andre Agassi in dessen letztem Grand-Slam-Finale in vier
Sätzen. Zum Masters Cup am Ende des Jahres brachte der Schweizer
eine Siegesserie von 31 Spielen in Folge mit, die er durch das
Erreichen des Turnierfinals auf 35 ausbaute. Hier traf er auf David
Nalbandian, gegen den er die letzten vier Begegnungen gewonnen hatte,
nachdem die ersten fünf
Duelle alle an den Argentinier gegangen
waren. Nach zwei Tie-Breaks führte der Weltranglistenerste mit 2:0
in den Sätzen. Doch je länger das Spiel andauerte,
desto stärker
baute Federer körperlich ab.[55] Obwohl
er im letzten Satz einen 0:4-Rückstand noch in eine 6:5-Führung
umdrehen konnte, beendete Federer die Partie als Verlierer. Damit
brach nicht nur die fünftlängste Siegesserie in der Profigeschichte
ab, sondern auch sein
Rekord von 24
Finalsiegen in Folge. Zudem
verpasste der Schweizer die Chance, die statistisch
beste Profisaison
von John McEnroe aus der Saison 1984 (82
Siege bei 3 Niederlagen) zu
egalisieren. Dennoch beendete Federer die Saison nach der vergebenen
Chance auf seinen dritten Masters-Cup-Titel in Serie auf Platz 1 der
Weltrangliste.
Roger
Federer begann die Saison 2006 mit zwei Turniersiegen, darunter
seinem siebten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open. In Dubai
unterlag er dagegen im Finale erneut dem Spanier Nadal. Dies war das
Startsignal für die zahlreichen Duelle, die sich die beiden Spieler
in den nächsten Wochen und Monaten liefern würden. Vor Beginn der
Sandplatzsaison gelang Federer erneut der Gewinn der Turniere von
Indian Wells und Miami. Auf
Sand erreichte Federer bei den
Masters-Turnieren von
Monte Carlo und Rom jeweils das Finale. In
beiden Spielen unterlag er aber Nadal, obwohl er in Rom zu
Matchbällen kam. In Paris kam es ebenfalls zum Finale zwischen
Federer und Nadal. Federer vergab nach Gewinn des ersten Satzes
weitere Chancen auf den Titelgewinn und verlor damit zum fünften Mal
in Folge gegen Rafael Nadal. Dennoch hatte sich Federer im Verlaufe
der Saison als zweitbester Sandplatzspieler der Welt etabliert.
In
Wimbledon spielte sich Federer auf dem Weg zum vierten Titel in Folge
ohne Satzverlust ins Finale vor. Dort traf er überraschend[56] erneut
auf den Weltranglistenzweiten Nadal. Der Spanier war zwar in der
Lage, Federer einen Satz abzunehmen, dennoch konnte der Schweizer am
Ende seinen insgesamt
achten Grand-Slam-Titel in Empfang
nehmen . Bei
den US Open begann für Federer eine erneute Siegesserie. Zum dritten
Mal konnte er Andy Roddick in einem Grand-Slam-Finale besiegen und
gewann damit zum zweiten Mal nach 2004 drei Grand-Slam-Titel in einer
Saison. Erstmals seit drei Jahren konnte Federer im Anschluss auch
verletzungsfrei an der Hallensaison teilnehmen. Mit seinem
Turniersieg in
Madrid brach der Schweizer den Rekord von
Jimmy Connors, der in den 1970er Jahren die Tennis-Weltrangliste
insgesamt 160 Wochen ununterbrochen angeführt hatte.
Im
Anschluss an das Turnier von Madrid konnte Federer nach mehreren
vergeblichen Anläufen durch einen Finalerfolg über den Chilenen
Fernando González auch erstmals sein Heimturnier
in Basel für sich entscheiden, bei dem er in Jugendjahren
als Balljunge tätig gewesen war.[57] Anschliessend
reiste Federer zum Tennis Masters Cup nach
Shanghai . Dort erreichte
er erneut ohne Niederlage in der Gruppenphase das Finale. Im Finale
überliess er dem Amerikaner James
Blake auf dem Weg zu seinem dritten Titel beim
Jahresabschlussturnier nur sieben Spiele in drei Sätzen. Federer
beendete zudem seine dritte Saison in Folge an der Spitze der
Weltrangliste, was zuvor nur Jimmy
Connors, John
McEnroe, Ivan
Lendl und Pete
Sampras gelungen war.
Roger
Federer in Cincinnati 2007
In
der Saison 2006 fehlte Roger Federer nur der Sieg im Finale der
French Open zum Erreichen des wohl grösstmöglichen Erfolges im
Tennissport, dem Grand
Slam. In der Folge wurde vielfach diskutiert, ob Federer ein
Erfolg bei
allen vier Grand-Slam-Turnieren im Laufe einer Saison in
den nächsten Jahren gelingen würde. Bisher erreichte dies neben dem
Amerikaner Don
Budge (1938) nur der Australier Rod
Laver (1962 und 1969). Laver
selbst erklärte im Januar
2006, dass er den Grand-Slam-Gewinn durch Federer für möglich
halte.[58] Den
ersten Schritt in Richtung Grand Slam machte Federer in der Saison
2007 bei den Australian Open, wo er als erster Spieler seit Björn
Borg 1980 ein Grand-Slam-Turnier ohne Satzverlust gewinnen konnte. Im
Verlaufe der folgenden Sandplatzsaison trennte sich der Schweizer von
seinem Trainer Tony Roche, konnte aber seinen Rivalen Nadal in
Hamburg erstmals auf Sand bezwingen und beendete dessen Serie von 81
Siegen auf diesem Belag. Dennoch endete die Möglichkeit des Grand
Slam-Gewinns erneut bei den French Open, wo Federer sich zwar wieder
bis ins Finale vorspielte, aber den Erfolg von Hamburg gegen Nadal
nicht wiederholen konnte.
Auch
im Wimbledonfinale sollte es, wie im Vorjahr, zum
Duell Federer gegen
Nadal
kommen . In seinem fünften Wimbledonfinale wurde der Schweizer
erstmals über die volle Distanz von fünf Sätzen gezwungen, dennoch
konnte er nach Ende des Spiels seinen fünften Turnierpokal in Folge
in Empfang nehmen. Damit stellte er den Open-Era-Rekord
des Schweden Björn
Borg ein. Auch bei den US Open gewann Federer zum
wiederholten
Male . In drei Sätzen behielt er dort gegen den
Serben Novak
Đoković die Oberhand. Somit hatte Federer erneut nur im
Finale der French Open eine Grand-Slam-Niederlage hinnehmen müssen
und damit den Gewinn des Grand Slams, wie schon 2006, knapp verpasst.
Bei anderen Turnieren zeigte sich Federer indes schlagbarer. So
konnte er erstmals seit 2003 bei weniger als drei
Masters-Series-Turnieren gewinnen. Einzig in Hamburg und Cincinnati
stand der Schweizer am Ende als Turniersieger fest, in Monte Carlo,
Montreal und Madrid unterlag er im Finale, während er bei den
anderen vier Masters-Turnieren die Viertelfinalphase nicht erreichte.
Dennoch verteidigte Federer seine Position an der
Weltranglistenspitze über den gesamten Saisonverlauf und beendete
nach seinem vierten
Triumph beim Tennis Masters Cup die Saison zum
vierten Mal in Folge auf dieser Position. Dies war bisher einzig den
Amerikanern Pete
Sampras (6x), Jimmy
Connors (5x) und John
McEnroe(4x) gelungen.
Bereits
zu Beginn der folgenden Saison 2008 endete die nächste Chance auf
den Gewinn des Grand Slam: Federer schied im Halbfinale der
Australian Open gegen Novak Đoković aus. Damit riss auch seine
Serie von zehn aufeinanderfolgenden Teilnahmen an Grand-Slam-Finals.
Nach der Niederlage in Melbourne konnte Federer auch in den folgenden
Turnieren bis Ende März keinen Titel einfahren. Damit absolvierte er
die ersten drei Monate einer Saison erstmals seit dem Jahr 2000 ohne
Turniererfolg. Am 7. März 2008 gab Federer bekannt, seit Dezember
des Vorjahres am Pfeiffer-Drüsenfieber erkrankt
zu sein[59].
Anfang April gelang dem Schweizer mit dem Sieg in Estoril der erste
Turniergewinn im Jahr 2008. Während der Sandplatzsaison erreichte
der Schweizer die Finals der Masters-Series-Turniere in Monte Carlo
und Hamburg, wo er jeweils Rafael Nadal unterlag. Auch bei den French
Open schaffte Federer den dritten Finaleinzug in Folge, musste aber
die dritte Niederlage in Serie gegen Nadal hinnehmen. Federer
gelangen bei der Dreisatz-Niederlage lediglich vier Spielgewinne. Im
Anschluss an die Finalniederlage in Paris sicherte sich der Schweizer
seinen zweiten Turniersieg des Jahres durch seinen insgesamt fünften
Erfolg in Halle. Beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres in
Wimbledon kam es zur insgesamt sechsten Finalbegegnung zwischen
Federer und Nadal bei einem Turnier dieser Kategorie. Nach fast fünf
Stunden Spielzeit im längsten Wimbledon-Finale der Geschichte endete
Federers Serie von 65 Siegen auf Rasen und fünf Wimbledon-Siegen in
Folge. Mit 7:9 im fünften Satz unterlag Federer, der damit erstmals
seit sechs Jahren ohne Erfolg bei den ersten drei
Grand-Slam-Turnieren des Jahres geblieben war.
Verlust
und Rückeroberung der Weltranglistenführung (2008–2010)
Roger
Federer in
Ohio 2008
Beim
Masters-Turnier in Cincinnati schied
Roger Federer im Achtelfinale aus, womit feststand, dass er nach 237
Wochen an der Spitze der Weltrangliste durch den Spanier Nadal
abgelöst werden würde. Bei den Olympischen
Spielen 2008 in
Peking ,
bei
denen der Schweizer wie vier Jahre zuvor Fahnenträger bei der
Eröffnungsfeier war, trat Federer im Einzel sowie im Doppel an der
Seite von Stanislas
Wawrinka an. Während er im Einzel im Viertelfinale
gegen James
Blake ausschied, konnte er zusammen mit Wawrinka das
Doppelfinale gegen die Schweden Simon
Aspelin und Thomas
Johansson entscheiden und gewann die Goldmedaille.
Bei
den US
Open gelang Federer nach drei sieglosen Teilnahmen in Folge
wieder der Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Finale schlug
er den Schotten Andy
Murray in drei Sätzen. Mit seinem fünften Sieg in Folge
bei den US Open stellte Federer den Open-Era-Rekord von Pete Sampras
und Jimmy Connors ein. Während der folgenden Hallensaison gewann
Federer seinen vierten Saisontitel beim Turnier in Basel. Beim
Masters-Series-Turnier von Madrid verlor er dagegen im Halbfinale
gegen Andy Murray. Murray fügte Federer auch seine zweite Niederlage
im Verlauf des Tennis Masters Cup zu, so dass der Schweizer bei
seiner siebten Teilnahme erstmals in der Gruppenphase des Masters Cup
scheiterte. Dennoch reichte Federer ein Sieg in der Gruppenphase, um
sich den zweiten Platz in der Weltrangliste zum Saisonende zu
sichern.
Bei
den Australian Open 2009 erreichte Federer das Finale und damit die
Möglichkeit, in der Partie gegen Rafael Nadal den Grand-Slam-Rekord
von Pete Sampras einzustellen. Doch wie schon im Wimbledon-Finale war
Federer dem Spanier nach fünf Sätzen und mehr als vier Stunden
Spielzeit unterlegen. Im Matchverlauf nutzte Federer nur sechs seiner
19 Breakmöglichkeiten und verpasste damit seinen insgesamt 14.
Grand-Slam-Titel.
Auch
bei den ersten beiden Masters-Turnieren der Saison 2009 blieb Federer
titellos. Während er in Indian Wells Andy Murray im Halbfinale in
drei Sätzen unterlag, scheiterte er in Miami ebenfalls in der
Vorschlussrunde an Novak Đoković. Zu Beginn der Sandplatzsaison in
Monte Carlo erlebte Federer einen weiteren Rückschlag, als er seinem
Doppelpartner und
Freund Stanislas Wawrinka bereits im Achtelfinale
in zwei Sätzen unterlag. Nach einem weiteren Halbfinalaus gegen
Đoković in Rom gelang Federer in Madrid sein erster Turniersieg
seit sieben Monaten. Hierbei bezwang er im Finale den
Weltranglistenersten Nadal in zwei Sätzen und errang somit seinen
ersten Masters-Titel seit August 2007. Zudem konnte Federer dabei den
Spanier zum ersten Mal nach fünf sieglosen Partien in den Jahren
2008 und 2009 wieder bezwingen.
Bei
den French
Open 2009 erreichte Federer zum vierten Mal in Folge das
Finale, wobei er auf dem Weg ins Endspiel sowohl im Achtelfinale
gegen
Tommy Haas als auch im Halbfinale gegenJuan
Martín del Potro über die volle Distanz von fünf Sätzen
gehen musste. Im Finale traf Federer auf den Schweden Robin
Söderling, der zuvor dem vierfachen Titelträger Nadal dessen
erste Niederlage in Roland Garros zugefügt hatte. Das Finale gewann
Federer in drei Sätzen mit 6:1, 7:6 und 6:4, wodurch der Schweizer
den Grand-Slam-Rekord von Pete Sampras mit insgesamt 14
Grand-Slam-Titeln einstellte.[60] Zudem
wurde Federer durch den Erfolg der sechste Spieler in der Geschichte
(nach Fred
Perry, Don
Budge, Rod Laver, Roy
Emerson und Andre Agassi), der alle vier Turniere der
höchsten Kategorie mindestens einmal für sich entscheiden
konnte.[61]
Federer
in Wimbledon 2009
Bei Wimbledon
2009 zog Federer bei nur einem Satzverlust im Turnierverlauf
ins Finale ein. Die siebte Finalteilnahme in Folge bedeutete zugleich
einen neuen Turnierrekord. Im Wimbledon-Finale traf Federer zum
dritten Mal nach 2004 und 2005 auf den Amerikaner Andy Roddick. Wie
schon in den Wimbledon-Finals 2007 und 2008 wurde Federer über die
volle Distanz von 5 Sätzen gezwungen,
ging aber am Ende mit 5:7,
7:6, 7:6, 3:6 und 16:14 im längsten fünften Satz in einem
Grand-Slam-Finale als Sieger vom Platz. Mit seinem insgesamt 15.
Grand-Slam-Titel stellte der Schweizer einen neuen Tennis-Weltrekord
auf.[62] Da
der Titelverteidiger und Weltranglistenerste Rafael Nadal seine
Teilnahme an Wimbledon aufgrund einer
Verletzung abgesagt hatte,
konnte Federer durch seinen sechsten Wimbledon-Erfolg den ersten
Platz in der Weltrangliste nach einer Unterbrechung von 46 Wochen
zurückerobern.[62]
Bei
der anschliessenden nordamerikanischen Hartplatzsaison endete
Federers Siegesserie nach 21 Matches im Viertelfinale von Montreal
gegen Jo-Wilfried
Tsonga. Eine Woche später bezwang Federer Novak Đoković im
Finale von Cincinnati und konnte seinen vierten Saisonerfolg feiern,
wobei er im Halbfinale des Turniers auch erstmals seit vier Partien
wieder Andy Murray bezwingen konnte.[63] Damit
startete Federer erneut als Topfavorit und nach einer Unterbrechung
von zwei Grand-Slam-Turnieren auch wieder als topgesetzter Spieler in
die US Open.
In Flushing Meadows erreichte Federer sein sechstes US-Open-Finale in
Folge, das er gegen den Argentinier Juan Martín del Potro bestritt.
Damit stand der Schweizer nach 2006 und 2007 zum dritten Mal
innerhalb einer Saison in allen vier Grand-Slam-Finals, was einen
neuen Rekord bedeutete. Wie bereits in Melbourne und Wimbledon wurde
das
Match erst in einem fünften Satz entschieden. Nach über vier
Stunden Spielzeit unterlag Federer dem Argentinier im entscheidenden
Satz mit 2:6 und verpasste damit seinen sechsten Titel in New York.
Bei den World Tour Finals zum Abschluss der Saison verlor Federer im
Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Nikolai Dawydenko.
Dennoch reichte Federer dieses Resultat, um zum fünften Mal in
seiner Karriere eine Saison auf Platz 1 der Weltrangliste zu beenden,
womit in dieser
Statistik nur noch Pete Sampras vor ihm liegt, dem
dies in seiner Karriere sechsmal gelang.
Das
Jahr 2010 begann für Federer mit einem Halbfinalaus gegen den
späteren Turniersieger Dawydenko in Doha.
Bei den anschliessenden Australian Open erreichte Federer u. a.
durch eine geglückte Revanche gegen Dawydenko sein 23.
Grand-Slam-Halbfinale in Folge sowie das achte Grand-Slam-Finale in
Serie. Im Endspiel von Melbourne schlug er den Schotten Andy Murray
in drei Sätzen. Durch seinen insgesamt 16. Grand-Slam-Titel stellte
Federer Andre Agassis Open-Era-Rekord mit vier Australian-Open-Siegen
ein und konnte zudem in der achten Saison in Folge mindestens ein
Grand-Slam-Turnier für sich entscheiden. Dies war zuvor nur Pete
Sampras und Björn Borg gelungen.
Im
Anschluss litt Federer an einer Lungenentzündung und schied bei den
Masters-Turnieren in den USA sowie zu Beginn der Sandplatzsaison
jeweils früh im Turnierverlauf aus. Erst beim Turnier von Madrid
gelang dem Schweizer wieder eine Endspielteilnahme. In der
Wiederauflage des Vorjahresfinals unterlag er jedoch Rafael Nadal in
zwei Sätzen.
Erneuter
Verlust der Spitzenposition (2010–2011)
Bei
den French
Open kam es im Viertelfinale zum Duell mit dem Schweden
Söderling, den Federer im Vorjahresfinale besiegt hatte. Dabei
gelang dem Schweden die Revanche, und Federers Serie für
ununterbrochene Halbfinalteilnahmen bei Grand-Slam-Turnieren endete.
Auf
Grund des Turniersiegs von Nadal in Roland Garros verlor Federer
zudem die Weltranglistenführung erneut an den Spanier. Mit insgesamt
285 Wochen an der Spitze der Rangliste fehlte ihm dabei nur eine
Woche zur Egalisierung des Rekords von Pete Sampras.
Beim
Turnier von Wimbledon scheiterte er als Titelverteidiger
im Viertelfinale in
vier Sätzen am Tschechen Tomáš
Berdych. Durch diese Niederlage büsste Federer einen weiteren
Platz in der Weltrangliste ein und fand sich zum ersten Mal seit über
sechs Jahren auf
Rang 3 wieder. Bereits bei seinem nächsten Turnier
nach Wimbledon konnte sich der Schweizer Position 2 der Welt durch
einen Finaleinzug jedoch zurückerobern. Während er dieses Endspiel
gegen Andy Murray verlor, gewann er eine Woche später durch einen
Dreisatzsieg gegen den Amerikaner Mardy
Fish in Cincinnati seinen
insgesamt 17. Titel bei einem Masters-Turnier.
Bei
den US Open
2010 erreichte Federer nach zuletzt zwei
Viertelfinalniederlagen wieder ein Grand-Slam-Halbfinale, das er
jedoch gegen Novak Đoković verlor. Dadurch musste er den Serben
auch in der Weltrangliste an sich vorbeiziehen lassen. Anschliessend
gelangen Federer drei Finalteilnahmen in Folge, wobei er Turniersiege
in
Stockholm und bei seinem Heimturnier in Basel feiern konnte,
während er sich in Shanghai Andy Murray geschlagen geben musste.
Damit konnte er abermals Platz 2 der Weltrangliste erreichen und zog
mit dem Sieg in Stockholm, der seinen insgesamt 64. Turniersieg
bedeutete, in dieser Kategorie mit Pete Sampras gleich.
Zum
Abschluss der Saison gelang es Federer zum fünften Mal, die ATP
World Tour Finals zu gewinnen. Dabei setzte er sich im
Turnierverlauf gegen seine Konkurrenten Đoković, Murray und Nadal
durch, die die Plätze 4, 3 und 1 der Weltrangliste belegten. Mit
seinem fünften Triumph beim Saisonabschlussturnier zog er mit den
Rekordsiegern Lendl und Sampras gleich.
Nach
einem erfolgreichen Start ins Jahr 2011 mit einem Sieg
in Doha scheiterte
Federer bei den Australian
Open wie bereits bei den US Open 2010 im Halbfinale an Novak
Đoković und verpasste damit die erfolgreiche Titelverteidigung. Zum
ersten Mal seit Wimbledon
2003 hielt Federer nun keinen Grand-Slam-Titel mehr.
Anschliessend
gelang es Federer, das Endspiel des Turniers von Dubai zu erreichen,
wo er wiederum Đoković unterlag, wie auch kurze
Zeit später im
Halbfinale von Indian Wells, wodurch der
Serbe Federer in der
Weltrangliste überholen konnte. Nach einer weiteren
Halbfinalniederlage in Miami gegen Rafael Nadal begann für Federer
die Sandplatzsaison. Bei seinen Auftritten in Monte Carlo, Madrid und
Rom konnte er lediglich in der spanischen Hauptstadt ein Halbfinale
erreichen, das er gegen Nadal in drei Sätzen verlor. Bei den French
Open bezwang er im Halbfinale nach zuletzt drei Niederlagen
Đoković und beendete damit die Siegesserie des Serben von 43
Matches. Im Finale verlor er gegen Nadal in vier Sätzen. In
Wimbledon scheiterte Federer wie bereits im Vorjahr im Viertelfinale.
Dabei verspielte er bei der Fünfsatzniederlage gegen den
Franzosen Jo-Wilfried
Tsonga erstmals in seiner Grand-Slam-Karriere eine
2:0-Satzführung. Bei den US Open in New York erreichte Federer durch
einen Sieg in drei Sätzen im Achtelfinale gegen den Argentinier Juan
Monaco zum 30. Mal in Folge das Viertelfinale eines
Grand-Slam-Turniers. Gegen Jo-Wilfried Tsonga machte Federer in drei
Sätzen seinen Halbfinaleinzug
perfekt . Dort unterlag er jedoch trotz
zweier Matchbälle und einer 2:0-Satzführung dem späteren
Turniersieger und Weltranglistenersten Novak Đoković. Damit gelang
es Federer erstmals seit 2002 nicht, mindestens ein
Grand-Slam-Turnier in der Saison zu gewinnen.
Den
Start beim auf die US Open folgenden Masters-Turnier von Shanghai
sagte Federer auf Grund kleinerer Verletzungen ab. Dadurch konnte er
die Weltranglistenpunkte für seine Teilnahme am Vorjahresfinale
nicht verteidigen und fiel in der Weltrangliste
hinter Andy Murray
auf Rang vier zurück. Den zweiten Turniererfolg des Jahres konnte
Federer dann bei den
Swiss Indoors in seiner Heimatstadt Basel feiern; dort besiegte er
im Finale den Japaner Kei
Nishikori, der zuvor im Turnierverlauf den Weltranglistenersten
Novak Đoković bezwungen hatte. Eine Woche darauf siegte Federer mit
einem Endspielsieg über Jo-Wilfried Tsonga auch erstmals in seiner
Karriere beim Mastersturnier
in Paris-Bercy.
Bei
den ATP
World Tour Finals 2011 zog Federer ohne Matchverlust in der
Gruppenphase, in der er unter anderem Rafael Nadal
schlagen konnte,
in sein insgesamt 100. Karrierefinale im Einzel ein. Durch das
Erreichen des Endspiels gelang es Federer zudem, zum Saisonende
wieder Position 3 der Weltrangliste einzunehmen. Im Finale traf er
wie zwei Wochen zuvor in Paris auf Jo-Wilfried Tsonga, den er in drei
Sätzen besiegte. Mit seinem sechsten Erfolg beim
Saisonabschlussturnier, der zugleich seinen 70. Einzeltitel insgesamt
bedeutete, überholte Federer Pete Sampras und Ivan Lendl und wurde
zum alleinigen Rekordsieger des Turniers.
Siebter
Sieg in Wimbledon und vorübergehende Weltranglistenführung (2012)
Zu
Beginn des Jahres 2012 zog Federer ins Halbfinale des Turniers von
Doha ein, wodurch er seine Siegesserie auf 20 Erfolge ausbauen
konnte; das Halbfinalmatch gegen Jo-Wilfried Tsonga sagte er auf
Grund von Rückenproblemen jedoch ab. Bei den Australian
Open erreichte der Schweizer das Halbfinale, musste sich
dort jedoch Rafael Nadal in vier Sätzen geschlagen geben. Sein
nächstes Turnier bestritt Federer im Februar in Rotterdam, wo er
sein erstes Finale des Jahres erreichte, das er gegen den Argentinier
Juan Martín del Potro klar in zwei Sätzen gewann. Bereits zwei
Wochen später konnte er mit einem Zweisatzerfolg über Andy Murray
im Finale von Dubai seinen nächsten Titel feiern. Beim ersten
Masters-Turnier der Saison in Indian Wells konnte Federer durch einen
Halbfinalsieg über Rafael Nadal sein drittes Endspiel in Folge
erreichen. Hier setzte er sich in zwei Sätzen gegen John
Isner durch. Mit seinem insgesamt 19. Erfolg bei einem
Masters-Turnier egalisierte er dabei den Rekord für die meisten
Turniersiege dieser Kategorie. Bei den
Sony Ericsson Open schied er in der dritten Runde gegen Andy
Roddick aus.
Die
Sandplatzsaison 2012 begann Federer beim Masters-Turnier
von Madrid. Bei diesem erstmals auf blauem Sandbelag
ausgetragenen Wettbewerb konnte er mit einem Dreisatzerfolg über
Tomáš Berdych seinen insgesamt 20. Masters-Turniersieg feiern,
womit er erneut den Rekord für die meisten Masterstitel egalisierte,
den Rafael Nadal durch einen Sieg in Monte Carlo zwischenzeitlich
verbessert hatte. Mit seinem insgesamt dritten Sieg in Madrid
überholte Federer zudem Nadal in der Weltrangliste und nahm erstmals
seit März 2011 wieder Position 2 ein. Eine Woche später schied er
in Rom im Halbfinale in zwei Sätzen gegen Novak Đoković aus und
fiel in der Weltrangliste wieder hinter Nadal, der das Turnier
gewann, zurück.
Bei
den French
Open erreichte Federer das Halbfinale, musste sich dort
jedoch abermals Đoković geschlagen geben. Im Verlaufe des Turniers
konnte Federer die zuvor von Jimmy Connors gehaltenen Rekorde für
die meisten Matchgewinne bei Grand-Slam-Turnieren sowie die meisten
Halbfinalteilnahmen bei Turnieren dieser Kategorie einstellen und
erstere Bestmarke auch überbieten.
Die
Rasensaison begann Federer in Halle,
wo er das Endspiel erreichen konnte, das er allerdings gegen den
Deutschen Tommy Haas in zwei Sätzen verlor. Im Anschluss startete
Federer beim Turnier von Wimbledon.
Hier konnte er in der dritten Runde einen 0:2-Satzrückstand gegen
den Franzosen Julien
Benneteau aufholen und zog im weiteren Verlauf des Turniers
in sein insgesamt 32. Grand-Slam-Halbfinale ein, womit Federer zum
alleinigen Rekordhalter wurde. In der Vorschlussrunde traf er wie
zuvor in Paris auf Đoković, den er diesmal in vier Sätzen
bezwingen konnte. Damit erreichte Federer sein achtes Finale in
Wimbledon, was einen weiteren Rekord bedeutete. Im Finale rang
Federer den Briten Andy Murray, der als erster
Brite seit 1938 das
Finale in Wimbledon erreicht hatte, nach Satzrückstand mit 4:6, 7:5,
6:3 und 6:4 nieder. Mit seinem Sieg egalisierte Federer den Rekord
von Pete Sampras und William
Renshaw mit sieben Siegen in Wimbledon und gewann sein
insgesamt 17. Grand-Slam-Turnier. Zudem konnte er erstmals seit Mai
2010 die Führung in der Weltrangliste übernehmen, stellte damit den
von Sampras gehaltenen Rekord von 286 Wochen an der
Weltranglistenspitze ein und wurde eine Woche später zum alleinigen
Rekordhalter.
Bei
den Olympischen
Spielen in London gewann Federer mit der Silbermedaille
seine erste Einzelmedaille bei Olympischen Spielen. Dabei war der
Schweizer nach Athen und Peking zum dritten Mal als
Schweizer Fahnenträger vorgesehen,
verzichtete jedoch zu Gunsten von Stanislas Wawrinka auf diese
Aufgabe.[64] Im
olympischen Tennisturnier, das auf der Anlage von Wimbledon
ausgetragen wurde, traf Federer im Halbfinale auf Juan Martín del
Potro, den er nach knapp viereinhalb Stunden Spielzeit im längsten
Dreisatzmatch der Open Era mit 19:17 im dritten Satz bezwingen
konnte. Im Finale kam es zu einer Neuauflage des Wimbledonendspiels
gegen Andy Murray, die diesmal der Brite mit 3:0 nach Sätzen für
sich entschied.
Die
amerikanische Hartplatzsaison begann Federer, nachdem er seinen
Auftritt beim Turnier von Toronto abgesagt hatte, beim Mastersturnier
von Cincinnati. Dort gewann der Schweizer das Endspiel in zwei
Sätzen gegen Novak Đoković und stellte mit seinem nunmehr 21.
Turniersieg in dieser Kategorie zum dritten Mal den Rekord von Rafael
Nadal für die meisten Turniererfolge bei Mastersturnieren ein.
Federer gab während des gesamten Turnierverlaufs
kein einziges Mal
seinen Aufschlag ab, was ihm zuletzt 2008 in Halle gelang.[65]
Bei
den anschliessenden US
Open unterlag Federer im Viertelfinale dem Tschechen Tomáš
Berdych in vier Sätzen und erreichte damit erstmals seit 2003 nicht
das Halbfinale in Flushing Meadows. Nach einem Davis-Cup-Einsatz für
die Schweiz gegen die Niederlande spielte Federer sein nächstes
Turnier erst wieder im Oktober in Shanghai.
Hier erreichte er die Runde der letzten vier, in der er sich Andy
Murray in zwei Sätzen geschlagen geben musste. Beim darauffolgenden
Heimturnier Federers in Basel zog
der Schweizer in sein insgesamt neuntes Endspiel bei diesem Turnier
ein, unterlag jedoch Juan Martín del Potro in drei Sätzen. Für das
eine Woche später stattfindende Turnier von Paris-Bercy sagte
Federer als Titelverteidiger seinen Start ab. Damit stand fest, dass
der Schweizer nach nunmehr insgesamt 302 Wochen an der Spitze der
Weltrangliste von Novak Đoković abgelöst werden und das Jahr 2012
auf Platz zwei der Wertung beenden würde.
Beim Saisonabschlussturnier
in London erreichte Federer trotz einer erneuten Niederlage
gegen del Potro in der Gruppenphase das Halbfinale. Hier behielt er
gegen Andy Murray in zwei Sätzen die Oberhand und zog damit in das
achte Endspiel insgesamt und das dritte in Folge bei Turnieren dieser
Kategorie ein. Im Finale traf der Schweizer auf den neuen
Weltranglistenersten Novak Đoković, dem er mit 6:7 und 5:7
unterlag.
Sturz
aus den Top-5 der Weltrangliste (seit 2013)
2013
kam Federer bei den Australian
Open bis ins Halbfinale, wo er Andy
Murray in fünf Sätzen unterlag. Bei den danach folgenden
Turnieren Rotterdam und Indian
Wells erreichte er jeweils das Viertelfinale, in Dubai das
Halbfinale und in Madrid lediglich
das Achtelfinale. In Rom stand
er erstmals in der Saison in einem Endspiel, das er jedoch klar mit
1:6 und 3:6 gegen Rafael Nadal verlor. Bei den French
Open schied er im Viertelfinale nach einer glatten
Niederlage in drei Sätzen gegen Jo-Wilfried
Tsonga aus. Mitte Juni bei den Gerry
Weber Open in Halle konnte Federer mit seinem insgesamt
sechsten Sieg bei diesem Turnier seinen einzigen Saisontitel holen.
Er gewann das Endspiel gegen Michail
Juschny in drei Sätzen.
In Wimbledon schied
Federer überraschend früh aus. Er unterlag in der zweiten Runde dem
ungesetzten Serhij
Stachowskyj in vier Sätzen mit 6:7, 7:6, 7:5, 7:6. Damit
endete seine Serie von 36 Viertelfinal-Teilnahmen bei
Grand-Slam-Turnieren in Folge. Er fiel auf den fünften Platz der
Weltrangliste zurück und stand somit erstmals seit zehn Jahren nicht
in den Top 4.
Nach
Wimbledon trat Roger Federer am Hamburger
Rothenbaum an. Dort unterlag er im Halbfinale der Nummer 114
der Welt, dem Argentinier Federico
del Bonis, mit 6:7 und 6:7. Im schweizerischen Gstaad verlor
er gegen
Daniel Brands bereits seine Auftaktpartie. Bedingt durch
Rückenbeschwerden konnte er bei beiden Turnieren nicht in Bestform
antreten.[66] Seine
Teilnahme am Canada
Masters sagte Federer daraufhin ab, trat aber
in Cincinnati zur
Titelverteidigung an. Im Viertelfinale unterlag er Rafael Nadal mit
7:5, 4:6 und 3:6, wodurch er in der Weltrangliste hinter Juan Martín
del Potro und Tomáš Berdych auf Rang sieben fiel, die niedrigste
Platzierung seit Oktober 2002.
Bei
den US
Open verlor Federer im Achtelfinale gegen den Spanier Tommy
Robredo. So früh war der Schweizer zuletzt 2003 beim vierten
Major-Turnier der Saison ausgeschieden. In den letzten Saisonwochen
konnte Federer seine Turnierergebnisse wieder etwas steigern. So
erreichte er bei seinem Heimturnier in Basel das
Finale, musste sich dort aber, wie schon im Vorjahr, Juan Martín del
Potro in drei Sätzen geschlagen geben. Bei seinen letzten beiden
Turnierauftritten in Paris und
bei den Tour
Finals in London erreichte Federer jeweils das Halbfinale
und beendete die Saison auf Platz 6 der Weltrangliste. Außerhalb der
Top-5 hatte Federer eine Saison letztmals im Jahr 2002 beendet.
Die
Saison 2014 begann Roger Federer mit einem Finaleinzug in Brisbane.
Im Endspiel unterlag er Lleyton
Hewitt in drei Sätzen. Bei den Australian
Open gewann er im Viertelfinale gegen Andy Murray, im
Halbfinale unterlag er anschließend gegen Rafael Nadal in drei
Sätzen. In Dubai besiegte
er im Halbfinale Novak
Đoković und im Finale Tomáš
Berdych, was den ersten Turniersieg seit Halle im vorherigen Jahr
bedeutete.
Davis
Cup
Roger
Federer in Monte Carlo 2007
Roger
Federer kann eine Spielbilanz von 43 Siegen zu 15 Niederlagen aus
22 Davis-Cup-Partien
vorweisen (32:7 im Einzel und 11:8 im Doppel). Dabei ist er
seit 1999 regelmässiges
Mitglied der Schweizer
Mannschaft und konnte sein
Land 2003 ins
Halbfinale des Wettbewerbs führen. In den Jahren
1999, 2001 und 2004 erreichte
Federer mit dem Schweizer
Team das Viertelfinale des Wettbewerbs.
Seit
der Saison 2005 konzentrierte sich Federer massgeblich auf seine
Einzelkarriere und nahm an den Erstrundenpartien seines Landes in den
Jahren 2005–2007 nicht teil, woraufhin die Schweiz jeweils in der
ersten Runde scheiterte. Anschliessend nahm Federer allerdings an der
Qualifikationsrunde teil, um den Abstieg seines Landes aus der
Weltgruppe des Davis Cup zu verhindern. Während
dies 2005 und 2006 gelang,
unterlag die Schweiz 2007in
der Relegation, trotz zweier Erfolge Federers im Einzel, gegen
die Tschechische
Republik mit 2:3 und war damit 2008 erstmals seit 16 Jahren
nicht mehr in der Weltgruppe vertreten.
Im
September 2008 schaffte
das Schweizer Team mit Federer und Wawrinka mit einem Sieg
gegen Belgien den
sofortigen Wiederaufstieg in die Weltgruppe. Nachdem
Federer 2009 erneut
die Erstrundenpartie der Schweiz ausgelassen hatte, in der das Team
den USA unterlag,
war er im September in der Relegation gegen Italienwieder
Teil der Schweizer Mannschaft. Mit zwei Einzelsiegen trug Federer
dazu bei, den erneuten Abstieg aus der Weltgruppe zu verhindern.
2010 spielte
Federer keine Davis-Cup-Partie, woraufhin die Schweizer Mannschaft
nach 2007 erneut in die Europagruppe abstieg. Im Folgejahr nahm
Federer an der Partie der Schweiz gegen
Portugal in
der Europagruppe teil und trug mit zwei Siegen im Einzel dazu bei,
dass sich die Eidgenossen für die Aufstiegsrunde in die Weltgruppe
qualifizieren konnten. Hier siegte die Schweiz mit 3:2
gegen Australien,
wozu Federer erneut zwei Einzelsiege beisteuerte, und erreichte
dadurch den Wiederaufstieg in die Weltgruppe.
Im
Februar 2012 nahm
Federer mit der Begegnung gegen die USA erstmals seit 2004 wieder an
einer Erstrundenpartie der Schweiz teil. Dabei unterlag Federer
sowohl in seinem Auftakteinzel als auch im Doppel an der Seite von
Wawrinka seinen Konkurrenten, wodurch die Schweiz bereits nach dem
Doppel als Verlierer der Begegnung feststand. Mit zwei Einzelsiegen
verhalf Federer dem Schweizer Team im September 2012 in der
Relegationspartie gegen die Niederlande jedoch
zum Verbleib in der Weltgruppe.
Mit
43 Siegen liegt Federer in der ewigen Rangliste seines Landes auf
Platz 2 hinter Jakob
Hlasek (49). Dabei ist seine Gewinnquote die mit Abstand
erfolgreichste der Spieler mit mehr als 20 Einsätzen.
Schaukämpfe
Unmittelbar
nach dem Tennis Masters Cup trat Federer am 21. November 2006 in
einem Schaukampf in Seoul gegen
Rafael Nadal an. Dabei konnte sich Federer mit 6:3, 3:6 und 6:3 gegen
den Mallorquiner durchsetzen.
Im
Mai 2007 traf Federer in Palma
de
Mallorca im «Battle
of Surfaces» erneut auf Rafael Nadal. Vor 7000 Zuschauern
duellierten sich die beiden auf einem Platz mit unterschiedlichen
Belägen. Auf einer Netzseite der Lieblingscourt des Schweizers,
Rasen, auf der anderen der von Nadal bevorzugte Sand. In der
ausverkauften Palma-
Arena siegte der Lokalmatador 7:5, 4:6 und 7:6
(12:10).
Eine
viel beachtete Schaukampfserie bestritt Federer im November 2007, als
er in drei Exhibitions gegen Pete Sampras antrat. Gewann der
Schweizer die Auftaktpartie in Seoul noch mühelos mit 6:3 und 6:4,
leistete Sampras bei Aufeinandertreffen Nummer zwei in Kuala
Lumpur mehr Widerstand und zwang Federer zwei Mal in den
Tie-Break. Federer setzte sich dabei mit 7:6 (8:6) und 7:6 (7:5)
durch. Erst im letzten Duell in Macao verlor
Federer gegen den zehn Jahre älteren Amerikaner mit 6:7 (8:10) und
4:6.
Am
10. März 2008 bezwang Federer bei einem erneuten Aufeinandertreffen
mit Sampras den Amerikaner in drei Sätzen mit 6:3, 6:7 (4:7) und 7:6
(8:6). Die Partie wurde vor 19'000 Zuschauern im New Yorker Madison
Square Garden ausgetragen.
Federer
nahm am 18. November 2008 an dem
Showdown
of Champions teil.
Im ersten Spiel besiegte er James
Blake 7:6. Im anschliessenden Doppel verlor er mit Björn
Borg gegen John
McEnroe und James
Blake 5:7.
Im
März 2010 bestritt Federer gemeinsam mit Pete Sampras ein
Schaudoppel in Indian Wells gegen Rafael Nadal und Andre Agassi
zugunsten der Erdbebenopfer von
Haiti . Federer/Sampras konnten das
«Hit for Haiti» getaufte Event 8:6 für sich entscheiden.
Am
21. bzw. 22. Dezember 2010 trugen Federer und Rafael Nadal zwei
Schauduelle aus, das erste in Zürich,
das zweite in Madrid.
Gespielt wurde auf je zwei gewonnene Sätze. Die Einnahmen flossen an
die jeweiligen Wohltätigkeitsfonds der beiden Rivalen[67].
Hierbei konnte Federer seinen Heimvorteil nutzen und bezwang Nadal in
Zürich mit 4:6, 6:3 und 6:3, unterlag Nadal in Madrid jedoch mit 7:6
(7:3), 3:6 und 1:6.
Trainer
- 1989–1994: Adolf Kacovský (Schweiz, heute Tschechien) hatte in Federers Kindheit massgeblichen Einfluss auf dessen Spiel. Als Trainer des Tennisclubs TC Old Boys Basel arbeitete Kacovský bis zu Federers Wechsel nach Ecublens 1995 mit ihm zusammen.
- 1991–1995, 1997–2000: Peter Carter (Australien) betreute Federer ebenfalls während seiner Zeit bei den Old Boys Basel. Nach Federers Wechsel auf die internationale Tour wurde Carter sein Verbandstrainer. Auch nach der Trennung vom Verband blieb Carter weiterhin ein enger Berater von Federer.
- 1995–1997: Die Jahre 1995–1997 verbrachte Federer im nationalen Schweizer Trainingszentrum von Ecublens, wo er vom Verband für den Einstieg auf die internationale Juniorentour gefördert wurde.
- 2000–2003: Peter Lundgren (Schweden) betreute Federer teilweise schon vor 2000 als Verbandstrainer und wurde nach der Trennung vom Verband der private Trainer des Schweizers. Nach der Saison 2003 folgte die überraschende Trennung.
- 2004: Das Jahr 2004 bestritt Federer ohne Trainer.
- 2005–2007: Tony Roche (Australien) betreute Federer als Teilzeitcoach bei wichtigen Turnieren von 2005 bis 2007. Im Mai 2007 erfolgte die Trennung. Den Rest des Jahres absolvierte Federer trainerlos.
- 2008: Im April verpflichtete Roger Federer zur Vorbereitung auf die Sandplatzsaison vorübergehend den damals 55-jährigen Spanier José Higueras. Die Zusammenarbeit wurde bis zu den US Open 2008 fortgesetzt. Ab Herbst 2008 arbeitete Federer wieder ohne Trainer.
- 2010–2013: Federer verpflichtete im August Paul Annacone (USA) als Trainer. Nach Federers Ausscheiden beim Shanghai Masters 2013 wurde die Zusammenarbeit beendet.
- 2014: Stefan Edberg (Schweden), Federers «Kindheitsidol», ist neben Severin Lüthi, der ihn seit 2007 auf der Tour begleitet, der aktuelle Co-Trainer.[68]
Spielstil
Federer
in Ohio 2008
Roger
Federer
gilt als der vielseitigste Spieler im heutigen Tennis und
auch als einer der besten Allrounder in der Geschichte des
Profitennis.[69] So
wurde der Schweizer vom amerikanischen
Tennis Magazine 2007
anlässlich einer Auflistung der besten Spieler in bestimmten
Bereichen des Tennisspiels in insgesamt sieben von elf Kategorien zu
den besten Spielern der heutigen Tennisgeneration gezählt. In vier
Bereichen wurde er darüber hinaus zu den besten Spielern in der
Tennisgeschichte gezählt.[70] Dieses
vielseitige und variantenreiche Spiel
macht es Federer nicht nur
möglich, auf den diversen unterschiedlichen Platzbelägen
erfolgreich zu sein, sondern ermöglichte es ihm auch, zum
dominierenden Spieler seiner Generation zu werden. So setzte sich
sein Allroundspiel gegen eher einseitig veranlagte Spielertypen
seiner Generation wie Andy
Roddick (Aufschlag) oder auchLleyton
Hewitt (Beinarbeit und Returnspiel) durch. Zu erwähnen ist
allerdings auch, dass die kontinuierliche Vereinheitlichung der
Platzbeläge[71] einen
entscheidenden Vorteil für die Spielweise von Allroundspielern
bietet.
In
der Grundanlage gehört Federer zum im heutigen Profitennis
vorherrschenden Spielertyp, der im Wesentlichen von der Grundlinie
des Platzes agiert. Zwar hat Federer gerade in den Jahren unter
seinem Trainer Tony Roche auch an seinem Netzspiel gearbeitet,
dennoch erzielt er den Grossteil seiner Punktgewinne durch Schläge
von der Grundlinie. Als spektakulärster und dabei auch
erfolgreichster Schlag in Federers Spiel gilt die Vorhand, die vom
Tennis Magazine als beste Vorhand in der Geschichte des Sportes
bezeichnet wird.[72] Wegen
ihrer Schnelligkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit setzt Federer
seine Vorhand meist ein, um einen Ballwechsel direkt zu beenden oder
den Gegner zu einem entscheidenden Fehler zu zwingen. Im Vergleich
zum Vorhandschlag wird die Rückhand von Federer als schwächere
Seite angesehen. Seine Rückhand setzt Federer massgeblich zur
Vorbereitung eines Gewinnschlages ein. So arbeitet Federer speziell
bei Returnspielen häufig mit dem Rückhandslice, um den Gegner in
eine defensive Situation zu zwingen. Federer zum Spiel mit der
Rückhand zu zwingen, gilt als eine der bewährtesten Taktiken, um
den Schweizer zu besiegen. Hochabspringende Schläge auf die Rückhand
waren dementsprechend auch einer von fünf möglichen Wegen, um
Federer zu schlagen, die das Time Magazine im Jahr 2007 nach
Interviews mit diversen Tennisexperten und Spielern vorschlug.[73]
Obwohl
die starke Vorhand von Federer in Beschreibungen seines Spielstils
meist den grössten Raum einnimmt, gelten auch sein Defensivspiel und
speziell seine Beinarbeit und Bewegung auf dem Platz als wichtiger
Faktor für seinen Erfolg.[74] So
bezeichnete das Tennis Magazine ebenfalls die Beinarbeit von Federer
als beste in der Geschichte des Sportes.[75] Als
entscheidende Person für die Entwicklung der Bewegungsabläufe von
Federer auf dem Tennisplatz gilt der Konditionstrainer Pierre
Paganini, mit dem der Schweizer seit Ende der Saison 2000
zusammenarbeitet. Paganini trainiert mit Federer massgeblich in den
Bereichen Athletik, Beinarbeit und Krafttraining. Die gezielte Arbeit
in diesen Bereichen ermöglicht Federer besondere Schnelligkeit auf
kurzen Laufwegen, so dass er gegnerische Schläge schneller als die
meisten anderen Spieler erlaufen und mit wesentlich überlegteren
Rückschlägen erwidern kann. Dies öffnet dem Schweizer die
Möglichkeit, aus teilweise sehr starker Bedrängnis wieder selbst
die Offensive zu ergreifen oder auch direkte Punktgewinne zu
erzielen.
Andere
Bereiche im Spiel von Roger Federer werden in den meisten Analysen
eher nebensächlich erwähnt. So gilt der Aufschlag des Schweizers
nicht als eine seiner grössten Stärken, jedoch besitzt Federer
einen der variabelsten Aufschläge auf der ATP Tour. Tatsächlich
schlägt Federer deutlich weniger Asse und
Service Winners als die
besten Aufschläger im heutigen Tennis. Dennoch konnte Federer gerade
in diesem Bereich eine deutliche Verbesserung in den letzten Jahren
erreichen. So steigerte er seine durchschnittliche
Anzahl an Assen
pro Spiel in den letzten Jahren kontinuierlich. Zudem lag Federer in
den Jahren 2005–2007 mit
rund 77 % an gewonnenen Punkten bei
ersten Aufschlägen unter den besten zehn Spielern in dieser
Statistik.[76][77][78]
Wenngleich
das Netzspiel im Welttennis in den letzten Jahren an Bedeutung
verloren hat, nutzt Federer das Spiel am Netz nicht nur regelmässig
auf schnellen Belägen, um
gute Aufschläge direkt zu verwerten,
sondern öfters auch auf langsamen Belägen wie Sand, um
laufintensive Grundlinienduelle abzukürzen. Gerade im historischen
Vergleich gilt Federer aber nicht als einer der besten Volleyspieler.
Das Tennis Magazine nannte Federer zwar bei den besten aktuellen
Spielern in diesem Bereich, gerade bei seinen zahlreichen
Sandplatzduellen gegen Rafael Nadal wurde Federer am Netz aber
regelmässig vom Spanier passiert. Auch die typischen
Sandplatzschläge wie
Stopp - oder Lobbälle gehörten lange nicht zum
häufig frequentierten Schlagrepertoire des Schweizers. Jedoch konnte
sich Federer auch bei diesen Schlägen stetig steigern. So
band Federer auf dem Weg zu seinem French-Open-Sieg 2009 und im weiteren
Saisonverlauf vor allem den Stoppball regelmässig und effektiv in
sein Spiel ein.[79]
Neben
der reinen Ebene der Spielfähigkeiten ist auch der mentale Bereich,
gerade bei Grand-Slam-Turnieren, ein entscheidender Faktor im
Tennissport. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Federer,
der in jungen Jahren als sehr lautstarker und hitzköpfiger Spieler
galt, sein Auftreten auf dem Platz schon früh in seiner
Profikarriere stark gewandelt hat. Selbst in engen Spielsituationen
zeigt Federer selten Emotionen und erlaubt seinen Kontrahenten so
kaum eine Einschätzung seiner tatsächlichen Verfassung. Zudem ist
Federer dafür bekannt, in entscheidenden Situationen sein bestes
Tennis abzurufen. Belege dafür sind seine starke Tie-Break-Bilanz
(Federer liegt mit rund 66 % gewonnener Tie-Breaks auf Platz 1
der Statistik der Spieler mit mehr als 100 absolvierten
Tie-Breaks)[80] und
die Prozentzahl an abgewehrten Breakchancen (hier lag Federer in der
Saison 2006 mit 70 % auf Platz 1 der ATP-Spieler).[77]
Alle
diese Spielfähigkeiten von Federer, gepaart mit seiner nahezu
beispiellosen Erfolgsquote in den letzten Jahren,
haben dazu geführt,
dass zahlreiche Spieler ihre Partien gegen Federer schon vor der
eigentlichen Austragung als verloren abhaken. Dies ist eine
Beobachtung, die auch das Time Magazine im
Artikel über die Wege,
Federer zu schlagen, thematisierte.[73] So
meint David
Nalbandian, der insgesamt acht Duelle gegen Federer für sich
entscheiden konnte, dass viele Spieler bessere Chancen gegen Federer
hätten, wenn sie mit einer anderen
Motivation in die Spiele gegen
den Schweizer gehen würden.
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