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DIE BESCHREIBUNG
Eine Beschreibung ist eine vorwiegend informierende, sachbetonte und der Wirklichkeit entsprechende Darstellungsform.
Die Beschreibung dient dazu, einen konkreten bzw. abstrakten Gegenstand, Zustand, Sachverhalt, eine Person oder einen Vorgang mit sprachlichen Mitteln so darzustellen, dass der Adressat eine genaue Vorstellung davon gewinnt.
Die zu verwendende Zeitform ist das Präsens.
Unterscheidung:
  • Gegenstandsbeschreibung: Merkmale und Eigenschaften von Gegenständen, Zuständen und Lebewesen
  • Vorgangsbeschreibung: bezieht sich auf wiederholbare Vorgänge oder Teilvorgänge; Information über die wesentlichen Merkmale des Vorgangs (Tätigkeiten, Bewegungen, Veränderungen)
  • Personenbeschreibung : vermittelt ein Gesamtbild einer Person
  • Bildbeschreibung: intensives Auseinandersetzen mit dem Bild , seinem Aufbau, den verwendeten Farben und mit der Bildaussage
  • Raumbeschreibung: Größe des Raumes, dessen Gestaltung (Einrichtungsgegenstände, vorherrschende Farben und Formen, Lichteinwirkung) und der Eindruck , den der Raum vermittelt
  • Landschaftsbeschreibung: Landschaftsform, Pflanzen, Tiere , Gebäude, vorherrschende Farben) und Wirkung der Landschaft auf den Beschreibenden.

1. Gegenstandsbeschreibung
In der Gegenstandsbeschreibung werden ein ruhender Gegenstand oder auch Tiere möglichst genau beschrieben.
Tipps:
  • Richte dein Augenmerk vor allem auf das Besondere und Charakteristische
  • Da es keine chronologische Reihenfolge gibt , beginne beim Gesamteindruck und beschreibe dann erst Einzelheiten;

Beispiele:
von außen nach innen (Fotoapparat, Truhe),
von unten nach oben (Bäume, Sträucher),
von oben nach unten (Schaufensterpuppe),
vom Auffallenden zum Gewohnten (Kleidung),
vom Vordergrund zum Hintergrund (Bühnendekoration),
von links nach rechts oder umgekehrt (Fotografie),
  • Eigne dir bestimmte Fachbegriffe an, vor allem Nomen und Adjektive , die die Nomen näher charakterisieren.
  • Um Zusammenhänge darzustellen, müssen die funktionalen Zusammenhänge einzelner Teile beachtet werden. Alle Angaben müssen genau und eindeutig beschrieben und in einer räumlichen Reihenfolge angeordnet werden.
  • Wecke in einer Einleitung das Interesse des Lesers für die Beschreibung.
  • Gib in einem Schluss ergänzende Tipps.
  • Einleitung und Schluss dürfen nicht zu lang sein.
  • Schreibe sachlich (keine Gefühle oder persönlichen Eindrücke), genau (mithilfe von Adverbien, Attributen) und verständlich (keine komplizierten Schachtelsätze).
  • Vermeide Wortwiederholungen!
  • Schreibe im Präsens!

2. Vorgangsbeschreibung
Das Beschreiben von Vorgängen kommt dem Bericht nahe, im Unterschied dazu geht es jedoch beim Beschreiben von Vorgängen um Wiederholbares.
Beispiele für Vorgangsbeschreibungen
  • Kochrezepte
  • Handlungsanweisungen
  • Experimentieranleitungen
  • Bedienungsanleitungen
  • Gebrauchsanweisungen
  • Bastelanleitungen
  • Bauanleitungen
  • Spielbeschreibungen

Tipps:
  • Überlege: Was wird zuerst gemacht? Was geschieht danach? Was läuft möglicherweise gleichzeitig ab?
  • Beachte, dass jedes Vertauschen der einzelnen Schritte zu einer falschen Vorgangsbeschreibung führen kann .
  • Begründe, wenn möglich, die einzelnen Handlungsschritte.
  • Die Sprache ist sachlich. Die Fachwörter müssen den Vorgang bzw. Sachverhalt genau treffen .
  • Formuliere die Sätze kurz und klar und passe den Stil dem Vorgang an. Verwende Formulierungen wie „Nachdem ...“, „Im Anschluss an ...“
  • Die Ausdrucksweise ist unpersönlich, nicht „Ich mache ...“ oder „Er verwendet ...“, besser: „Man nehme ...“
  • Oft ist es sinnvoll, Nominalisierungen (der Nominalstil ist durch die Häufung von Substantiven gekennzeichnet) zu verwenden.
  • Wecke in einer Einleitung das Interesse des Lesers für die Beschreibung
  • Gib in einem Schluss ergänzende Tipps
  • Einleitung und Schluss dürfen nicht zu lang sein
  • Schreibe sachlich (keine Gefühle oder persönlichen Eindrücke), genau (mithilfe von Adverbien, Attributen) und verständlich (keine komplizierten Schachtelsätze).
  • Vermeide Wortwiederholungen!
  • Noch einmal: Im Präsens schreiben!

3. Personenbeschreibungen
Man unterscheidet folgende Arten von Personenbeschreibungen:
  • die Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes einer konkreten oder literarischen Person (Steckbrief, Suchmeldung)
  • das Selbstporträt und
  • die charakterisierende Personenbeschreibung.

Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes einer Person
  • Die unmittelbar wahrnehmbaren und nachprüfbaren Merkmale und Besonderheiten eines Menschen werden anschaulich, sachlich und korrekt aufgezählt.
  • Der Leser erfährt etwas über Geschlecht, Alter und Größe, die allgemeine Erscheinung der Person und deren Auffälligkeiten.

Tipps:
  • Beschreibe von oben nach unten

die Kopfform und das Gesicht,
die Haarfarbe und Frisur,
den Körperbau und die Gestalt,
die Bekleidung,
den Gang und die Haltung und eventuell auf mitgeführte Gegenstände.
  • Ziehe auch das Umfeld mit heran , wenn dadurch eine weiter charakterisierende Beschreibung gegeben werden kann.
  • Verzichte auf persönliche Eindrücke und eine beleidigende Ausdrucksweise.

Das Selbstporträt
  • ist eine Personenbeschreibung, die der Beschreibende über sich selbst formuliert.
  • Dabei geht man neben dem äußeren Erscheinungsbild auch auf eigene Gedanken, Gefühle, Wünsche, Hobbys und Vorlieben, auf charakterliche Eigenschaften und auf familiäre Verhältnisse ein.
  • Das Selbstporträt dient der Vorstellung der eigenen Person und dem Kennenlernen anderer.

Die charakterisierende Personenbeschreibung
  • zeigt einen Menschen in seiner Persönlichkeit. Sie beschreibt sein Wesen, sodass der Leser sich ein Gesamtbild machen kann.
  • Neben den äußeren Merkmalen werden auch die inneren Merkmale erfasst.
  • Die Aussagen des Beschreibenden basieren auf den Beobachtungen des äußeren Erscheinungsbildes und des Verhaltens des zu Beschreibenden in bestimmten Situationen über einen längeren Zeitraum hinweg.
  • Zu beachten sind dessen

Verhaltensweisen,
charakteristische Eigenschaften,
Gewohnheiten,
Vorlieben und Schwächen.
  • Die charakterisierende Personenbeschreibung kann auch das Urteil / die Wertung des Beschreibenden über die dargestellte Person enthalten. Dabei sind Übertreibungen zu vermeiden.

Beispiel 1: Beschreibung eines Gegenstandes (Fotoapparat)
Die Hauptbestandteile eines Fotoapparates sind ein lichtdichtes Gehäuse, ein Objektiv und der Film , auf dem die Bilder gespeichert werden. Das Objektiv ist ein Linsensystem, das insgesamt wie eine Sammellinse wirkt. Bei normalen Kleinbildkameras hat das Objektiv eine Brennweite von 45 mm bis 50 mm. Gegenstände, die abgebildet werden sollen, befinden sich in der Regel weit außerhalb der doppelten Brennweite des Objektivs, also weiter als 10 cm vom Objektiv entfernt. Demzufolge entsteht durch das Objektiv ein verkleinertes, umgekehrtes, seitenvertauschtes und reelles (wirkliches) Bild.
Beispiel 2: Beschreibung eines Zustandes (Scharlach)
Die Erkrankung beginnt plötzlich und stürmisch mit folgenden Symptomen:
– starke Halsschmerzen,
– Husten,
– Erbrechen,
– hohes Fieber,
– Herzrasen und
– Kopf- und Bauchschmerzen.
Die ersten drei Tage ist die Zunge belegt, dann sieht sie himbeerfarbig aus. Meist am 2. Tag kommt es zu einem Ausschlag, der in den Leisten beginnt und sich dann über den gesamten Körper ausbreitet. Mund und Kinn werden vom Ausschlag ausgespart. Die vom Ausschlag betroffenen Hautabschnitte fühlen sich an wie Sandpapier.
Beispiel 3: Kochrezept (Speckfett)
Zutaten:
1 kg Speck, davon 700 g Rückenspeck (weiß) und 300 g Bauchspeck (Fleischanteile)
1 Apfel von kräftigem Geschmack
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Teelöffel getrockneter Majoran oder frisches Kraut
1 Teelöffel getrockneter Thymian oder frisches Kraut
Zubereitung:
Der Speck wird gewürfelt und ( ohne Schmalz oder sonstiges Fett) in einen Topf gegeben. Ungefähr eine Stunde sollte der Speck auf kleiner Flamme ausgelassen werden. Er ist gut, wenn die Speckstückchen goldbraun und mürbe sind. Der Bauchspeck sollte erst dann dazugegeben werden, wenn der Rückenspeck schon 20 Minuten im Topf ist.
In der Zwischenzeit sind der Apfel und die Zwiebeln gewürfelt worden und werden nun zusammen mit Majoran und Thymian zum heißen Fett gegeben. Vorsicht! Ist das Fett zu heiß, kann es etwas spritzen, also immer kleine Flamme!
Nach ungefähr einer halben Stunde, wenn die Zwiebeln goldbraun und die Apfelstückchen zaghaft angebräunt sind, ist das Speckfett fertig.
Beispiel 4: Personenbeschreibung eines Kindes
asiatisches Mädchen,
dunkelbraunes Haar,
fröhliches, längliches Gesicht,
roter Pullover (langärmlig),
schlanke Gestalt,
blaue Shorts,
lange Beine,
rötliche Söckchen,
weiße Schuhe,
ca. 1,55 m groß
Diese Art der Personenbeschreibung wird hauptsächlich bei Vermisstenanzeigen, bei Zeugenaussagen sowie bei polizeilichen Beschreibungen zur Identifizierung unbekannter Personen verwendet.
Beispiel 5: Vermisstenanzeige
Seit dem 10. April 2007 wird A. Sch. vermisst. Er ist 15 Jahre alt, 1,70 Meter groß und hat einen auffallenden Bürstenhaarschnitt. Zuletzt war er nur mit einer dunklen Hose und einem Pullover bekleidet. Eine Brille trug er nicht, obwohl er Brillenträger ist. Es ist möglich, dass sich der psychisch kranke Junge irgendwo im Raum Wiener Neustadt oder Neunkirchen versteckt hält. Er ist hilflos und braucht beim Auffinden dringend medizinische Hilfe. Hinweise nimmt die nächste Polizeidienststelle entgegen .
Beispiel 6: Literarisches Beispiel für eine charakterisierende Personenbeschreibung
„Erst als wir alle drei die Treppe zum Dachboden hinaufstiegen; konnte ich den Mann genauer ansehen. Er war nicht sehr groß, hatte aber den Gang und die Kopfhaltung von groß gewachsenen Menschen, er trug einen modernen bequemen Wintermantel und war im übrigen anständig, aber unsorgfältig gekleidet, glatt rasiert und mit ganz kurzem Kopfhaar, das hier und dort ein wenig grau flimmerte. Sein Gang gefiel mir anfangs gar nicht, er hatte etwas Mühsames und Unentschlossenes, das nicht zu dem scharfen, heftigen Profil und auch nicht zum Ton und Temperament seiner Rede passte. Erst später merkte und erfuhr ich, dass er krank war und dass das Gehen ihm Mühe machte. Mit einem eigentümlichen Lächeln, das mir damals ebenfalls unangenehm war, betrachtete er die Treppe, die Wände und Fenster und die alten hohen Schränke im Treppenhaus, dies alles schien ihm zu gefallen und schien ihm doch zugleich irgendwie lächerlich. Überhaupt machte der ganze Mann den Eindruck, als komme er aus einer fremden Welt , etwa aus überseeischen Ländern, zu uns und finde hier alles zwar hübsch, aber ein wenig komisch. Er war, wie ich nicht anders sagen kann, höflich, ja freundlich, er war auch mit dem Haus , dem Zimmer , dem Preis für Miete und Frühstück und allem sofort und ohne Einwände einverstanden, und dennoch war um den ganzen Mann herum eine fremde und, wie mir scheinen wollte, ungute oder feindliche Atmosphäre. Er mietete das Zimmer, mietete noch die Schlafkammer zu, ließ sich über Heizung, Wasser, Bedienung und Hausordnung unterrichten, hörte alles aufmerksam und freundlich an; war mit allem einverstanden; bot auch sogleich eine Vorauszahlung auf die Miete an, und doch schien er bei alledem nicht recht dabei zu sein, schien sich selber in seinem Tun komisch zu finden und nicht ernst zu nehmen , so als sei es ihm seltsam und neu, ein Zimmer zu mieten und mit Leuten Deutsch zu sprechen , während er eigentlich und im Innern mit ganz anderen Sachen beschäftigt wäre. So etwa war mein Eindruck, und er wäre kein guter gewesen, wenn er nicht durch allerlei kleine Züge durchkreuzt und korrigiert worden wäre. Vor allem war es das Gesicht des Mannes, das mir von Anfang an gefiel; trotz jenem Ausdruck von Fremdheit gefiel es mir, es war ein vielleicht etwas eigenartiges und auch trauriges Gesicht, aber ein waches, sehr gedankenvolles, durchgearbeitetes und vergeistigtes. Und dann kam, um mich versöhnlicher zu stimmen, dazu, dass seine Art von Höflichkeit und Freundlichkeit, obwohl sie ihm etwas Mühe zu machen schien; doch ganz ohne Hochmut war, im Gegenteil, es war darin etwas beinah Rührendes, etwas Flehendes, wofür ich erst später die Erklärung fand, das mich aber sofort ein wenig einnahm. (aus: HERMANN HESSE, „Der Steppenwolf“
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DIE BESCHREIBUNG #1 DIE BESCHREIBUNG #2 DIE BESCHREIBUNG #3 DIE BESCHREIBUNG #4 DIE BESCHREIBUNG #5 DIE BESCHREIBUNG #6
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Zwiebelfisch: Ziehen Sie die Brille aus! (Tekstianalüüs)

Zwiebelfisch: Ziehen Sie die Brille aus! Von Bastian Sick Man kann Klamotten anziehen und Schuhe. Man kann auch Pech anziehen oder Glück. Und dann gibt es da noch dieses sonderbare Phänomen, dass Menschen Brillen anziehen, Uhren anziehen und sogar Taschen anziehen. Und das alles ohne Magnetismus! Es war mal wieder typisches hamburgisches Wetter: Strahlend blauer Himmel und gleißender Sonnenschein. An solchen Tagen wimmelt es am Hafen nur so von Touristen: Franzosen und Spanier, Schweizer und Dänen, Schwaben und Franken, sogar Bayern und USAmerikaner. Man hört die unterschiedlichsten Sprachen und Dialekte. Bei den Landungsbrücken sprach mich eine junge Frau an und fragte, ob ich wohl ein Foto von ihr und ihrem Freund machen könne. "Selbstverständlich", erwiderte ich, "es wird mir ein Vergnügen sein!" Sie reichte mir die Kamera und stellte sich zu ihrem Freund. Das erste Foto erschien mir recht gelungen, aber ich wusste, dass es noch besser geht: "Könnten Sie vielleicht

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