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Theodor Storm "Immensee" (0)

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Essay
Theodor Storm „Immensee“
Für mein Essay habe ich Theodor Storms Novelle „Immensee“ ausgewählt. Das aus drei Gründen: erstens hatten wir das im Seminar ziemlich am Ende des Kurses behandelt und ich kann mich daran noch gut erinnern. Zweitens liegt Theodor Storm mir irgendwie nah am Herzen, weil ich sein Geburtshaus in Husum erst vor einem Jahr besucht habe. Leider wusste ich damals nicht viel von ihm, aber um so spannender war für mich der Vorttrag über Theodor Storm. Drittens: einige Texte sind sehr schwierig zu verstehen gewesen, die wir lesen mussten, oder ich habe den Sinn nicht so gut erkennen können, diese Novelle war sowohl wörtlich als auch innerlich ziemlich leicht für mich zu verstehen.
Kurz gesagt ist diese Novelle eine Erinnerung an einer unerfüllter Liebe. Die Novelle ist kein romantischer Text. Sie ist eine Rahmenerzählung, die in zehn Abschnitte geteilt ist. Sie heissen:
  • Der Alte
  • Die Kinder
  • Im Walde
  • Da stand das Kind am Wege
  • Daheim
  • Ein Brief
  • Immensee
  • Meine Mutter hat’s gewollt
  • Elisabeth
  • Der Alte
    In der Novelle gibt es viele Doppelungen. Die erste lässt sich gleich bei den Überschriften leicht finden . Wenn man schaut , wie sie heissen, merkt man , dass der erste und letzte den gleichen Überschrift „der Alte“ tragen. Das ist die erste Doppelung und bildet somit eine Rahmenerzählung. Im ersten Abschnitt kommt ein wohlgekleideter alter Mann vom Spaziergang nach Hause, hat eine kurze Begegnung mit Haushälterin, ging dann weiter die enge Treppe hinauf, trat in ein mässig grosses Zimmer , er setzte sich in den Lehnstuhl mit rotem Sammetkissen, um sich von seinem Spaziergang auszuruhen. An der Wand hängen Bilder, aus dem Fenster fiel ein Mondstrahl auf die Gemälde an der Wand. Nun trat er über ein kleines Bild im schlichtem schwarzen Rahmen. „Elisabeth!“ sagte der Alte leise, und wie er das Wort gesprochen hatte, war die Zeit verwandelt – er war wieder in seiner Jugend . (Zeilen 5-10, Seite 4) Die Abschnitte 2-9 erzählen über die Jugend des Alten und im Abschnitt 10 kehrt die Novelle wieder im Lehnstuhl sitzendem Alten zurück. Der Mond schien nicht mehr durch das Fenster, es war dunkel geworden. Die Haushälterin Brigitte kam herein und brachte Licht mit sich mit. Der Alte rückte seinen Stuhl zum Tisch und arbeitete weiter. So endet die Novelle/ Rahmenerzählung. Für Theodor Storm sind Rahmenerzählungen typisch .
    Ausser die zwei Titel , die die Novelle einrahmen, gibt es auch inhaltliche Doppelungen. Zum Beispiel kommen in der Novelle die (nicht gefundenen) Erdbeeren vor. Einmal in Abschnitt 3 und später nochmal in Abschnitt 9. In Abschnitt 3 sollen die Kinder paareweise in den Wald Erdbeeren pflücken gehen, damit sie ihren Brot nicht trocken essen müssen. Ihnen wird noch gesagt, dass man im Leben nichts umsonst bekommt und dass die Alten in ihrem Leben schon genug umhergetrieben haben , deswegen bleiben sie jetzt zu Hause, genauer im Wald unter breiten Bäumen, schälen Kartoffel, machen Feuer und kochen Eier. Und dafür seien die Kinder ihnen von ihren Erdbeeren die Hälfte schuldig, damit die Alten sich auch einen Nachtisch servieren könnten. (R. 27-35, S. 8)
    Reinhard (er ist der alte Mann, der in seinem Lehnsessel sitzt und sich an all das erinnert) war sehr gut mit Elisabeth befreundet. So gingen sie als Paar die Erdbeeren suchen. Sie gingen tiefer und tiefer, durch feuchte undurchdringliche Baumschatten, wo alles still war. Reinhard ging voran und machte den Weg. Plötzlich roch es süss und Elisabeth sagte, hier müssen die Erdbeeren sein. Es war aber nur ein starker Geruch von Heidekräutern und sie fanden keine Erdbeeren. Elisabeth wurde müde und sie kehrten zurück.
    In Abschnitt neun wanderten Reinhard und Elisabeth am See. Als Elisabeth müde wurde, setzte sie sich in den Schatten überhängender Zweige, Reinhard stand ihr gegenüber an einen Baumstamm gelehnt. Tiefer im Wald hörte er den Kuckuck rufen und plötzlich kam ihm, dies sei schon einmal ebenso gewesen. Er sah Elisabeth seltsam lächelnd an und fragte: „Wollen wir Erdbeeren suchen?“. Sie antwortete, dass es keine Erdbeerenzeit sei, sie würde aber bald kommen. (R. 10-23, s. 31)
    Ich denke , dass die Beiden sich in ihrer Gegenwart sehr wohl gefühlt haben und Reinhard erinnerte sich gerne an die früheren Momente, die er als Kind mit Elisabeth verbracht hat. Eigentlich wollte er ja sein Leben mit Elisabeth verbringen , aber es lief anders ; Elisabeth heiratete Erich . Für Reinhard war es bestimmt da am See eine wichtige Zeit, wo Elisabeth ihm die schönsten Aussichten der nächsten Umgebung gezeigt hatte. Ich denke, dass er einiges in seinem Leben anders machen würde, wenn er noch eine Möglichkeit dazu hätte. Und zwar in so eine Richtung, dass sie doch sein ganzes Leben mit Elisabeth verbringen und nicht nur die einzelnen Momente mit ihr geniessen könnte. Für Reinhard war Elisabeth die Muse , sie war die Inspiration seiner Gedichte und Märchen, die er geschrieben hat.
    Auch Vogel kommt in der Novelle zwei mal vor. Einmal in Abschnitt 4, wo Elisabeth Reinhard schreibt: „Nun ist auch vorigen Sonntag der Hänfling gestorben, den Du mir geschenkt hattest; ich habe sehr geweint, aber ich hab' ihn doch immer gut gewartet.“ (Z. 10-12, S13) Das zeigt, dass es nicht bestimmt ist, dass Elisabeth und Reinhard zusammen sein könnten. Später, in Abschnitt 5, als Reinhard bei Elisabeth zu Hause zu Besuch ist, sieht er, dass an dieser Stelle, wo sonst von ihm geschenkte hänfling hing, war jetzt im Bauer ein Kanarienvogel. Reinhard fragte heiter: „Hat mein armer Hänfling sich nach seinem Tode in einen Goldfinken verwandelt?“ Dann hat er aber erfahren, dass dieser Kanarienvogel ein Geschenk von Erich gewesen war. Elisabeths Mutter sagte noch, dass Erich ein ganz lieber Junge ist. (Z. 5-15, S. 18) Ein Vogel im Käfig symbolisiert Ehe. Weil Reinhards Vogel starb, ist es wieder ein Zeichen, dass es nicht bestimmt war, dass die beiden, Elisabeth und Reinhard, heiraten könnten.
    Zwei mal kommt auch das Zigeunermädchen vor. Einmal in Abschnitt vier, wo Reinhard mit anderen Studenten im Ratskeller am alten Eichentisch saß. In einem Winkel des Gewölbes saßen ein Geigenspieler und ein Zithermädchen mit seinen zigeunerhaften Zügen; sie hatten ihre Instrumente auf dem Schoße liegen und schienen teilnahmslos vor sich hin zu sehen. Das Zigeunermädchen sang .
    (Z. 17-25, S. 12) In Abschnitt neun bettelt das Mädchen vor dem Elisabeth Haus, als Reinhard und Elisabeth von einem Spatziergang zurück kommen. Elisabeth zeigte ihr gutes Herz und gab dem Mädchen alles, was sie gerade in ihrer Börse hatte. (Z. 32 - 37 S.32 – Z. 1-7. S.33) Eigentlich war Reinhard ein Gentleman und wollte der Bettlerin etwas geben, aber Elisabeth war einfach schneller als er. Beide Male sang das Zigeunermädchen dasselbe Lied mit denselben Worten: Sterben, ach sterben soll ich allein!. Das erste Mal war die Stimmung fröhlich, das Ganze fand auf einem Feier im Ratskeller statt und man kann sagen, dass Reinhard mit ihr sogar geflirtet hatte. Das zweite Mal war die Stimmung genau das Gegenteil von dem ersten, Elisabeth und Reinhard kamen von einem Spatziergang zurück, sie hatten noch kaum miteinander gesprochen, dem Zigeunermädchen ging es nicht gut, sie bettelte, wütend fragte Reinhard von ihr: „Was willst du noch?“. Sie antwortete: “Nichts“ und mit über Brust gekreuzten Armen schritt sie über den Hof hinab. (Z. 12-17, S. 33) Reinhard war noch den ganzen Abend in seinem Zimmer sehr traurig. Er hatte vergebens versucht zu arbeiten. Er nam das rote Band, das Elisabeth am Nachmittag getragen hatte, aber es tat ihm weh und legte es wieder zurück. Er hatte keine Ruhe , er ging an den See und nochmal alle Wege entlang, die er mit Elisabeth zusammen gegangen war. (Z. 23 – 32, S. 33) Man kann richtig spüren, dass die beiden, Elisabeth und Reinhard sich nacheinander sehnen, das Leben ist aber anders gelaufen. Elisabeth ist mit Erich verheiratet, obwohl sie immer noch heimlich Reinhard liebt. Auch Reinhard wollte sein Leben mit Elisabeth verbringen, denn in Abschnitt 5 sagt Reinhard zu Elisabeth: „Ich habe ein Geheimnis, ein schönes!« sagte er und sah sie mit leuchtenden Augen an. »Wenn ich nach zwei Jahren wieder da bin, dann sollst du es erfahren.“ (Z. 2-4, S. 21) Hoffensichtlich wollte er ihr einen Heiratsantrag machen. Ganz bestimmt wollte er Elisabeth mitteilen, dass er sie liebt und sein Leben mit ihr verbringen will, weil die Stimmung zwischen den beiden in diesem Moment sehr romantisch war. Ich als Leserin denke, warum hat er das nicht gleich gesagt. Er konnte doch nicht gedacht haben, dass Elisabeth das gut findet , dass sie zwei Jahre warten soll, bis sie sein Geheimnis erfahren darf. Er hätte das dann lieber gar nicht sagen sollen, dass er überhaupt ein Geheimnis hat. Es kann aber auch sein, dass die damaligen Frauen/ Mädchen geduldiger waren als sie heutzutage sind. Die Worte „in zwei Jahren“ zeigen, dass es dem Autor nicht nur um Doppelungen gibt, sondern dass er die Nummer Zwei generell gerne mag. Zumindest in dieser Novelle ist es so. Ausser „in zwei Jahren“ meint der Autor diese Nummer noch in Abschnitt 6, der den Titel „Ein Brief“ trägt. Seit Reinhards letzten Besuch in der Heimat hatte er an Elisabeth nicht mehr geschrieben und auch von ihr keinen Brief mehr bekommen. Eines Tages hat er doch einen bekommen, die Handschrift war aber nicht von Elisabeth, sondern von seiner Mutter und unter anderem schrieb sie, dass Erich sich gestern endlich das Jawort von Elisabeth geholt hat, nachdem sie in dem letzten Vierteljahr zweimal vergebens angefragt hatte. (Z. 29-31, S. 21) Noch hat Reinhard gelesen, dass die Hochzeit bald sein soll. Damit ist der Abschnitt auch zu Ende. Es wird nichts über Reinhards Gefühle geschrieben, wie er sich bei dem Lesen des Briefes gefühlt haben könnte. Als seine Mutter in ihrem Brief zu diesem Thema kam, war sie sehr vorsichtig. Sie hatte angefangen: „In Deinem Alter, mein liebes Kind, hat noch fast jedes Jahr sein eigenes Gesicht: denn die Jugend läßt sich nicht ärmer machen. Hier ist auch manches anders geworden, was Dir wohl erstan weh tun wird, wenn ich Dich sonst recht verstanden habe.“ Sie bereitet Reinhard langsam vor auf die für ihn schlimme Nachricht. Und er muss sich dabei richtig schlecht gefühlt haben. Oder genauer gesagt, hat es ihm sogar innerlich weh getan . Denn egal, was ist, man hat doch immer noch eine Möglichkeit, aber wenn die andere heiratet, dann ist es so, als ob es keine Möglichkeiten mehr gäbe, mit ihr zusammen zu sein.
    Die Nummer Zwei wird noch in Abscnitt 7 erwähnt, wo Erich sagt: „Das ist die Spritfabrik, ich habe sie erst vor zwei Jahren angelegt.“ Im Ende des Abscnittes schreibt der Autor zu Reinhard: „Seit dem zweiten Tage seines Hierseins pflegte er abends einen Spaziergang an deren Ufer des Sees zu machen“. In Abschnitt drei rief ein alter Herr: „Und merket genau, was ich euch zu sagen habe. Zum Frühstück erhält jetzt ein jeder von euch zwei trockene Wecken …“
    Hauptsymbol in dieser Novelle ist meiner Meinug nach die Wasserlilie. Sie kann man gut mit Elisabeth vergleichen: so nah, aber doch so weit. In Abschnitt acht erkennt Reinhard in einer Sommernacht eine weisse Wasserlilie und will sie näher sehen. Er zieht sich aus und schwimmt zu ihr, aber irgendwie bleibt sie doch die ganze Zeit in der Ferne . Als die Mutter ihn fragt, „Wo sind denn Sie so spät in der Nacht gewesen?“, antwortet Reinhard: „Ich wollte die Wasserlilie besuchen; es ist aber nichts daraus geworden.“ (Z. 2-31, S. 30) In letztem Abscnitt, der den Namen „Der Alte“ trägt, kommt die Wasserlilie wieder vor. Da sass der alte Mann immer noch in seinem Lehnstuhl, es war dunkel geworden. Allmählich verzog sich vor seinen Augen die schwarze Dämmerung um ihn her zu einem breiten, dunkeln See; ein schwarzes Gewässer legte sich hinter das andere, immer tiefer und ferner, und auf dem letzten, so fern, daß die Augen des Alten sie kaum erreichten, schwamm einsam zwischen breiten Blättern eine weiße Wasserlilie. (Z. 8-17, S. 35) So endet auch die Novelle, mit der Wasserlilie, die ein Symbol für eine Hauptfigur Elisabeth ist.
    Ich als Leserin hätte gerne ein glückliches Ende gehabt. Das ist hier leider nicht der Fall gewesen. Warum sind eigentlich Reinhard und Elisabeth nicht zusammengekommen? Der Hauptgrund war bestimmt das, dass Reinhard lange weg war, Elisabeths Mutter auf Elisabeth grossen Einfluss hatte und so dem Erich schliesslich das Jawort gegeben hatte. Wäre Reinhard nicht weg gewesen, wäre das sicherlich nicht passiert, weil die beiden ja viel Zeit miteinander verbracht haben, als er da war und sie sich sehr gut verstanden haben, was auch kein Wunder ist, weil sie sich ja geliebt haben. Aber so, wo Elisabeth statt Reinhard Erich geheiratet hat, sind zwei gebrichene Herzen da, denn sie lieben sich ja immer noch, dürfen dieses Gefühl nicht zeigen und müssen es unterdrücken.
    Die Zeilen- und Seitennummern sind nach dem Buch : Theodor Storm „Immensee und andere Novellen“, Philill Reclam jun. Stuttgart, 2002
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    In Storm Novelle "Immensee" geht es um die Wiederholung. Zeigen Sie das anhand von doppelungen auf motivischer, struktureller und inhaltlicher Ebene auf.

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