Deutchland Deutschland ist ein Staat in Mitteleuropa. Als Bundesstaat
wird die
Bundesrepublik Deutschland aus den 16 deutschen
Ländern gebildet und stellt die jüngste Ausprägung des deutschen
Nationalstaates dar. Die Länder gliedern
sich gemäß dem
Verfassungsprinzip der kommunalen Selbstverwaltung in kommunale
Gebietskörperschaften.
Bundeshauptstadt ist
Berlin . Gemäß ihrer Verfassung versteht sich
die Bundesrepublik als soziale, rechtsstaatliche und föderale
Demokratie. Sie ist Gründungsmitglied der Europäischen Union und
mit über 82 Millionen Einwohnern
deren bevölkerungsreichstes
Land .
Ferner ist Deutschland
unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen,
der
OECD , der
NATO , der OSZE und der Gruppe der Acht (G8). Gemessen
am Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland die drittgrößte
Volkswirtschaft der
Welt ,
nach den Vereinigten Staaten und
Japan .
Begriffsgeschichte
Der Begriff
Deutschland wird in dieser Form erst seit der
Frühen Neuzeit verwendet, beispielsweise in Samuel von Pufendorfs
Die Verfassung des deutschen Reiches von 1667. Davor sind nur
nicht zusammengesetzte Verbindungen des Attributs
deutsch mit
Land belegt, beispielsweise in der unbestimmten Singularform
ein deutsches Land oder der bestimmten Pluralform
die
deutschen Länder, nicht
aber in der bestimmten Singularform
das deutsche Land. Gemeint waren möglicherweise Länder mit
einer Führungsschicht, die sich auf den politischen Herrschaftsanspruch
bezog, der
durch das (Ost-)Fränkische, später Heilige Römische
Reich , als begründet angesehen worden war.
Alle
diese Ausdrücke wurden
auch als Synonym vor allem für die
folgenden (vor-)staatlichen Gebilde verwendet, die in wesentlichen
Bereichen des deutschen Sprach- und/oder Herrschaftsgebiets
entstanden waren:
- Das sogenannte Alte Reich existierte unter starken Wandlungen von etwa 962 bis 1806, hatte sich aus dem Ostteil des in der Spätantike gegründeten Fränkischen Reiches entwickelt und sich anfangs auch als Erneuerung des Römischen Reiches verstanden, später mit den Namenszusätzen Heilig (Heiliges Römisches Reich) und Deutscher Nation (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) zwischen dem 12. Jahrhundert und 1648 zu einer Art Staatenbund entwickelt
- Zwischen 1806 und 1815 dominierten Österreich, Preußen und der Rheinbund das staatliche Geschehen im Vorstellungsraum Deutschlands
- Deutscher Bund, 1815–1866, von Österreich und Preußen dominierter Staatenbund
- Mit den modernen bundes- bzw. zentralstaatlichen Staatsformen seit 1871 wurden große Teile des deutschen Sprachraums in einem Staat zusammengefasst. Der Ausdruck Deutschland wurde , nicht zuletzt durch die Wahl der Staatsbezeichnung Deutsches Reich 1871, identisch mit diesen Staaten:
- Deutsches Reich 1871–1945, von Preußen (im Wesentlichen durch dessen Ministerpräsidenten Bismarck ) initiiert und größtenteils dominiert
- Bundesrepublik Deutschland, seit 1949, durch die USA und das Vereinigte Königreich initiiert
- Deutsche Demokratische Republik , 1949–1990, durch die UdSSR initiiert
Aus verschiedenen Gründen traten im Laufe der Jahrhunderte unter
anderem die folgenden, überwiegend deutschen Sprachgebiete aus dem
Vorstellungsraum der deutschen Länder bzw. Deutschlands heraus oder
wurden herausgelöst: in Spätmittelalter und Frühneuzeit die
Niederlande (vgl. Ausdruck
dutch), mit den Eckdaten 1499 und
1648 die
Schweiz , vor allem seit 1648 und 1789 – mit
Unterbrechungen – das
Elsass und (Nordost-)Lothringen (frz.:
Moselle), 1866
Luxemburg sowie ebenfalls 1866 und 1945
Österreich. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie (vor allem
Schlesien, Pommern und Ostpreußen) kamen ab 1945 unter
sowjetrussische und vor allem polnische Verwaltung; sie wurden
schließlich einseitig in deren Staatsgebiete integriert. 1990 wurde
der von verschiedenen Interessengruppen in der Bundesrepublik
vertretene Anspruch auf die vormaligen deutschen Ostgebiete im Zuge
der als Wiedervereinigung Deutschlands bezeichneten Entwicklung auch
formell mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag aufgegeben.
Trotz der Kontinuität des Begriffes
Deutschland vom
17. Jahrhundert bis in die
Gegenwart sowie völkerrechtlicher
Identität und staatsrechtlicher Kontinuität seit dem
19. Jahrhundert besteht
de facto keine durchgehende
lineare politisch-historische Entwicklung eines
Deutschland.
Vielmehr eignet(e) sich der Begriff, vermutlich auch unter
Eindruck des französischen Vorbilds, in der Entwicklung der politischen
Macht des wohlhabenden Bürgertums als einigende Idee für regionale und
lokale Eliten.
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Sturz der Monarchie in der
Novemberrevolution am 9. November 1918 wurde diskutiert, mit der
Staatsbezeichnung
Deutsche Republik oder
Republik
Deutschland die ausgerufene Staatsform zu unterstreichen, jedoch
behielt auch die Weimarer Republik die offizielle Bezeichnung
Deutsches Reich bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die
Siegermächte ausschließlich den Begriff
Deutschland (als Ganzes)
für das von ihnen besetzte Deutsche Reich (
ohne Österreich). Der
Begriff
Deutschland fand dann 1949 in der Bezeichnung der
damals konstituierten Bundesrepublik namentliche Verwendung. Die DDR
nutzte das Wort
Deutschland zwar nicht direkt im Staatsnamen,
jedoch wurde
Deutschland ausdrücklich als synonymer Begriff
für
DDR im
Artikel 1 der Verfassung von 1949 verwendet.
Später verwendete die DDR
fast nur
noch das Attribut
deutsch
beziehungsweise den Namenszusatz „… der DDR“ für staatliche
Hoheitsbezeichnungen. Mit der Deutschen Einheit wurde diese Frage
1990 abschließend geklärt.
Weimarer
Republik (1919–1933)
Deutsches Reich 1919–1937
Mit der deutschen Kapitulation 1918 und der Novemberrevolution endete
nicht nur der
Erste Weltkrieg,
sondern auch die Monarchie im
Deutschen Reich. Im Vertrag von
Versailles wurden erhebliche
Gebietsabtretungen sowie Reparationen festgelegt.
Mit der Ausrufung der Republik wurde am 9. November 1918 das
Kaisertum beendet. Am 30. November 1918 erhielten die
Frauen mit
der „Verordnung über die Wahlen zur Verfassungsgebenden deutschen
Nationalversammlung (Reichswahlgesetz)“ aktives und passives
Wahlrecht. Die Revolutionsregierung aus rechten und linken
Sozialdemokraten nannte sich „Rat der Volksbeauftragten“. Nach
der Wahl der verfassunggebenden Nationalversammlung
trat die Weimarer
Verfassung am 11. August 1919 in
Kraft .
Die Hypothek der Reparationszahlungen belastete von Beginn an das
politische
Klima der jungen Republik. Die von rechtsextremen Kräften
verbreitete Dolchstoßlegende führte zu politischen Morden und
Putschversuchen, von
denen die wichtigsten der Kapp-Putsch 1920 und
der
Hitler -Ludendorff-Putsch 1923 waren. Wichtige Vertreter der
demokratischen Kräfte wie
Matthias Erzberger und
Walther Rathenau
wurden von nationalistischen Attentätern ermordet. Der erste
Reichskanzler
Philipp Scheidemann überlebte
einen Anschlag nur
knapp. Andererseits gab es mehrere Aufstände von Kommunisten, wie
den Ruhraufstand 1920, die Märzkämpfe in Mitteldeutschland 1921 und
den
Hamburger Aufstand 1923.
In den kurzen „goldenen Zwanzigern“ blühte die
Kultur und ab
1924 auch die Konjunktur auf und das mittlerweile über vier
Millionen Einwohner zählende Berlin wurde zu einer der dynamischsten
Städte Europas.
Ein jähes Ende erfuhr die Prosperität 1929 im Gefolge des Schwarzen
Donnerstags, als durch den Zusammenbruch der New Yorker Börse die
Weltwirtschaftskrise ausgelöst wurde. Zu deren Höhepunkt 1932 gab
es in Deutschland mehr als sechs Millionen Arbeitslose, die
größtenteils in Elend lebten. In der Folge fanden extremistische
Parteien noch stärkeren Zulauf als zuvor, sodass es für die
gemäßigten Parteien zunehmend schwieriger wurde, stabile
Regierungen zu bilden. Nach dem Erdrutschsieg der Nationalsozialisten
1930 verfügten die Reichskanzler, die in rascher Folge wechselten,
über keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die sogenannten
Präsidialkabinette waren nur noch vom Reichspräsidenten Paul von
Hindenburg und dessen Notverordnungen abhängig.
Die Spar- und Deflationspolitik des Reichskanzlers Brüning
verschärfte die wirtschaftliche Krise noch weiter. Dessen Nachfolger
Franz von Papen (Juni–November 1932) unterstellte die demokratische
Regierung Preußens einem Reichskommissar („Preußenschlag“) und
ließ Neuwahlen abhalten, bei denen die Nationalsozialisten noch
stärker wurden. Reichskanzler Kurt von Schleicher versuchte durch
eine „Querfront“ von Gewerkschaften und Teilen der
Nationalsozialisten eine Machtübernahme Adolf Hitlers zu verhindern,
scheiterte aber an Franz von Papen, der Hindenburg dazu überredete,
Hitler trotz starken Widerwillens zum Reichskanzler zu ernennen.
Hitlers Regierung vom 30.
Januar 1933 war zunächst eine
Koalition von Nationalsozialisten und Teilen der Konservativen,
darunter Franz von Papen und
Alfred Hugenberg. Am 27.
Februar kam es zum Reichstagsbrand, dessen Ursache immer noch nicht geklärt
ist. Hitler nutzte die Brandstiftung, um die sogenannte
Reichstagsbrandverordnung zu verabschieden, die auf unbestimmte
Zeit die Grundrechte außer Kraft setzte. Die nun folgenden
Massenverhaftungen politischer Gegner, insbesondere Kommunisten und
Sozialdemokraten, prägten das Vorfeld der Reichstagswahl 1933. Trotz
erheblicher Stimmengewinne verfehlte die NSDAP auch
hier die absolute
Mehrheit und
ging daher ein Bündnis mit der reaktionär geprägten
DNVP ein. Die endgültige Machtübernahme erfolgte fünf Tage später,
als der neu zusammengetretene
Reichstag mit den Stimmen der
bürgerlichen Parteien gegen allein die Stimmen der SPD ein
Ermächtigungsgesetz verabschiedete, welches Hitlers Regierung das
Recht zubilligte, Gesetze auch ohne den Reichstag zu beschließen.
Physische
Geographie
Die naturräumlichen Großregionen sind von
Nord nach Süd
Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirgszone und Alpenvorland mit
Alpen .
Deutschland hat insgesamt neun Nachbarstaaten: Dänemark, Polen,
Tschechien, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien
und die Niederlande. Damit ist Deutschland das Land mit den meisten
europäischen Nachbarstaaten.
Im
Norden grenzt Deutschland an Dänemark (auf einer Länge von
67 Kilometern), im Nordosten an Polen (442 Kilometer), im
Osten an Tschechien (811 Kilometer), im Südosten an Österreich
(815 Kilometer; ohne Grenze im
Bodensee ), im Süden an die
Schweiz (316 Kilometer; mit Grenze der Exklave Büsingen, aber
ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich
(448 Kilometer), im Westen an Luxemburg (135 Kilometer) und
Belgien (156 Kilometer) und im Nordwesten an die Niederlande
(567 Kilometer).
Die Grenzlänge beträgt insgesamt 3757 Kilometer (ohne Grenze
im Bodensee, siehe Kondominium).
Während der wechselvollen Geschichte veränderte sich auch der
Mittelpunkt Deutschlands.
Geologie
Auf die Zeit des Paläozoikums (Erdaltertum)
gehen die kristallinen
Gesteine Deutschlands wie Gneis und Granit zurück, wie sie in den
deutschen Mittelgebirgen, zum Beispiel dem
Harz , anzutreffen sind.
Auch die Sedimentgesteine des Rheinischen Schiefergebirges stammen
aus diesem Erdzeitalter und lagerten sich in der Zeit von
Devon und
Unterkarbon ab. Die Heraushebung der Gesteine und damit die
Gebirgsbildung setzte jedoch erst im späten Pliozän ein. Am
Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges
finden sich
Gesteinsschichten aus dem
Karbon , in denen die gewaltigen
Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert sind (Ruhrkarbon).
Im Mesozoikum (Erdmittelalter) wurden jene Gesteinsschichten
gebildet, die in zahlreichen süd- und ostdeutschen Regionen
überwiegen. In der
Pfalz , in Thüringen, Teilen Bayerns und Sachsens
wird der Untergrund von Gesteinen der Trias dominiert, des frühen
Mesozoikums. Die Juragebirge (vor allem Schwäbische und Fränkische
Alb) gehen auf die Jurazeit zurück.
Anders als in der Trias in
Deutschland, die von Sandstein geprägt ist, herrscht bei den
jurassischen Gesteinen der Kalkstein vor.
Im Känozoikum (Erdneuzeit) erfolgte vor allem die Verfüllung der
Flussniederungen und -becken.
Aktiver Vulkanismus wird nicht beobachtet, jedoch zeigen vulkanische
Gesteine ehemaligen Vulkanismus an. Diese finden sich insbesondere in
der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg, aber auch im Bereich des
Schwäbischen Vulkans. In der Vulkaneifel treten bis in die Gegenwart
Kohlenstoffdioxidquellen (Mofetten) zutage, deren eindrucksvollstes
Beispiel der Geysir Andernach ist, der mit 50 bis 60 Metern höchste
Kaltwassergeysir der Erde.
Klima
Deutschland gehört vollständig zur gemäßigten Klimazone
Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im
Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem
kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima in Deutschland wird unter
anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für
die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Der mittlere jährliche Niederschlag (bezogen auf die
Jahre 1961–1990) beträgt 700 Millimeter. Die mittlere monatliche
Niederschlagsmenge liegt zwischen 40 Millimeter im Februar und 77
Millimeter im Juni.
Die tiefste jemals in Deutschland gemessene
Temperatur betrug −45,9
Grad Celsius ; sie wurde am 24. Dezember 2001 am Funtensee
registriert. Die bisher höchste Temperatur betrug 40,3 Grad Celsius
und wurde am 8. August 2003 in Nennig im
Saarland erreicht. Zum
Teil widersprechen sich die Angaben; so lag
laut dem Deutschen
Wetterdienst die absolute Höchsttemperatur in Deutschland mit
gemessenen 40,2 Grad Celsius am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf
bei
Amberg (Oberpfalz), am 9. August 2003 in Karlsruhe sowie am
13. August 2003 in Freiburg im Breisgau und Karlsruhe.
Gewässer
Die ins
Meer mündenden Fließgewässer mit den größten
Einzugsgebieten sind
Rhein , Donau,
Elbe , Oder,
Weser und Ems. Sie
entwässern
entweder in die Nordsee, in die Ostsee oder ins Schwarze
Meer, deren Einzugsgebiete durch die europäische Wasserscheide
geschieden
werden .
- Der 865 Kilometer in Deutschland bzw. als Grenzfluss fließende Rhein dominiert den Südwesten und Westen. Seine wichtigsten Zuflüsse sind Neckar, Main, Mosel und Ruhr. Die wirtschaftliche Bedeutung des Rheines ist enorm, er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
- Die Donau im Süden entwässert auf 647 Kilometer fast das gesamte Alpenvorland und fließt weiter nach Österreich und Südosteuropa. Ihre wichtigsten Zuflüsse sind Iller, Lech, Isar und Inn.
- Im Osten Deutschlands befindet sich auf 725 Kilometern die Elbe. Ihre wichtigsten Nebenflüsse sind Saale und Havel .
- Die Oder tritt ausschließlich als Grenzfluss zu Polen in Erscheinung. Ihr wichtigster Zufluss ist die Neiße.
- Das Einzugsgebiet der Weser liegt vollständig in Deutschland. Sie speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Norden.
- Die Ems fließt im äußersten Nordwesten.
Die natürlichen
Seen sind überwiegend glazialen Ursprungs. Daher
finden sich die meisten der großen Seen im Alpenvorland und in
Mecklenburg . Der größte vollständig zum deutschen Staatsgebiet
gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen
Seenplatte ist. Der größte See mit deutschem Anteil ist der
Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen.
Im Osten Deutschlands befinden sich viele große, künstliche Seen in
ehemaligen Braunkohleabbaugebieten.
Kreidefelsen auf der Insel Rügen
In der Nordsee dominieren die Inselgruppe der Nordfriesischen Inseln
und die Inselkette der Ostfriesischen Inseln. Helgoland und Neuwerk
sind ebenfalls bewohnt. Die Nordfriesischen Inseln
stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende
Überflutung von der Küste getrennt wurden. Die Ostfriesischen
Inseln sind Barriereinseln, die durch die Brandungsdynamik aus
Sandbänken entstanden.
Die größten deutschen Inseln in der Ostsee sind (von
West nach Ost)
Fehmarn, Poel, Hiddensee, Rügen und Usedom; größte Halbinsel ist
Fischland-Darß-Zingst. Mit Ausnahme von Fehmarn sind sie Teil einer
Boddenküste.
Die wohl größten und bekanntesten Inseln in Binnengewässern sind
Reichenau, Mainau und
Lindau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im
Chiemsee.
KulturDie deutsche Kultur hat sich, da Deutschland lange nicht als
Nationalstaat existierte, über Jahrhunderte vor allem über die
gemeinsame
Sprache definiert. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts
wurde der Begriff zunehmend auf Kulturbeiträge von Deutschen bzw.
innerhalb deutscher Territorien bezogen. Daher sind viele
Kulturschaffende zu ihrer Zeit nicht Deutsche im heutigen Sinne
gewesen, an ihrer deutschen Identität bestehen aber keine Zweifel.
Nicht wenige berühmte Vertreter aus Kultur und Wissenschaft waren
allerdings zu ihrer Zeit in Deutschland
selbst vornehmlich aus
politischen oder religiösen Gründen verfemt; teilweise wurden sie
ausgebürgert oder sahen sich zur
Emigration veranlasst –
unter ihnen beispielsweise Karl
Marx , Friedrich
Engels , Heinrich
Heine , Kurt Tucholsky, Thomas und Heinrich Mann,
Albert Einstein,
Hannah Arendt und viele andere.
Vor 1871 war aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten über
gemeinsame staatliche Zugehörigkeit das kulturelle, aber auch
wissenschaftliche Erbe ein wichtiges Element des deutschen
Nationalbewusstseins. Aus dieser Zeit stammt der Begriff
Land der
Dichter und Denker, der noch heute patriotische Verwendung
findet . Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland die weltweit
führende wissenschaftliche Nation, die auch kulturell, etwa im
Film ,
einen der vorderen Plätze einnahm.
Der personelle Aderlass durch Emigration ab der
nationalsozialistischen Machtergreifung zerstörte diesen Status. Die
Folgen sind in einigen Bereichen noch heute zu spüren.
Der Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur in der Welt dienen
die
Goethe -Institute mit weltweit 128 Standorten.
Laut einer Umfrage für die BBC genießt Deutschland weltweit das
höchste Ansehen unter 22 untersuchten Ländern. Durchschnittlich
bewerten 56 Prozent der Befragten Deutschlands Einfluss als
positiv .
18 Prozent
haben ein negatives Bild.
Die in Deutschland gebräuchlichste Sprache ist Deutsch. Deutsch ist
Amtssprache, wird als Standardsprache in den überregionalen Medien
und als Schriftsprache verwendet. Als Sprache des Alltags wird es in
vielen Regionen fast ausschließlich gesprochen (oft regional leicht
eingefärbt). Der Übergang zu den deutschen Dialekten ist fließend.
Neben der deutschen Sprache sind regional seit langem auch Sprachen
in Deutschland ansässiger Sprachminderheiten offiziell als
Minderheiten- oder Regionalsprachen nach der Europäischen Charta der
Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt.
Die Verwendung von Dialekten wird von manchen Menschen als
Makel , von
anderen als kulturelle Bereicherung empfunden. Im norddeutschen
Raum verwenden Angehörige der höheren Bildungsschichten seltener die
niederdeutsche Sprache oder regionale Mundarten, während im
süddeutschen Sprachraum selbst in akademischen Kreisen der Gebrauch
des Dialekts üblich ist. Da das Standarddeutsche sich aus
hochdeutschen (mittel- und oberdeutschen) Sprachformen entwickelt hat
und die Dialekte der niederdeutschen Sprache verdrängt hat,
sprechen Norddeutsche tendenziell eher ein dialektfreies Deutsch als die
Bevölkerung in den südlichen zwei Dritteln des
Landes .
Die von Gehörlosen verwendete Deutsche Gebärdensprache ist seit
2002 in Deutschland als eigenständige Sprache anerkannt.
Liste
der Länder
Die oft als „Bundesländer“ bezeichneten Gliedstaaten der
Bundesrepublik Deutschland werden offiziell als
Länder
bezeichnet.
Land Landes-hauptstadtFläche
(km²) Einwohner
(× 1000) Bevölkerungs-
dichte
(EW/km²) Baden-Württemberg
Stuttgart
35.752
10.749
301
Bayern München
70.552
12.520
177
Berlin ¹
—
892
3416
3834
Brandenburg Potsdam
29.479
2535
86
Bremen ²
Bremen
404
663
1640
Hamburg ¹
—
755
1770
2344
Hessen Wiesbaden
21.115
6072
288
Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin
23.180
1679 72
Niedersachsen
Hannover
47.624
7971
167
Nordrhein -Westfalen
Düsseldorf
34.085
17.996
528
Rheinland -Pfalz
Mainz
19.853
4045
204
Saarland
Saarbrücken
2569
1036
404
Sachsen
Dresden
18.416
4220
229
Sachsen-Anhalt
Magdeburg
20.446
2412 118
Schleswig-Holstein
Kiel 15.799
2837
180
Thüringen
Erfurt
16.172
2289
142
gesamt (16)357.09382.217230
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