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Status der Frau im 16. Jahrhundert in Europa (0)

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Status der Frau im 16. Jahrhundert in Europa
Bedeutet die Renaissance im 16.Jahrhundert auch die Wiedergeburt der Frau?
Einleitung
Das Leben der europäischen Frauen in Mittelalter und Renaissance spiegelt sich in vielfältigen Rollen wieder: als Mutter , Tochter, Ehefrau, Geschäftsfrau, Dienerin, Nonne, Ketzerin, Hexe, Königin und auch Märtyrerin. In der patriarchalischen Gesellschaft des Mittelalters unterstand die Frau dem nächsten männlichen Familienmitglied, sei es der Ehemann, Vater oder Bruder. Ihre Rolle war auf die häuslichen Pflichten ausgerichtet, so unterstanden ihr die Leitung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder . Die Einflussmöglichkeiten der Frau hingen in der ständisch geprägten Gesellschaft stark von ihrer sozialen Stellung ab.
Haupteil
1) Erziehung und Bildung junger Mädchen
NEUE SCHULEN
Unter der Einfluß des Humanismus hatte das Bildungswesen in allen Ländern Europas im 16.Jahrhundert umgreifende Veränderungen und Verbesserungen erfahren. Im Vordergrund stand das Studium für die Knaben, doch auch in der Erziehung der Mädchen zeigte sich Neues gegenüber dem Mittelalter. Überall wurden Mädchenschulen eingegrichtet, die Grundkenntnisse im Lesen und Schreibenvermitteln sollten.
HUMANISTEN, ITALIEN
Die Grundlage für die Entfaltung der weiblichen Fähigkeiten war eine neue Wertung der Frau, die sich parallel zur Ausbreitung des Humanismus zuerst in Italien durchsetzte. Humanisten sah Frauen als vollwertige, dem Manne geistig gleichgestellte Persönlichkeit, der man daher auch eine entsprechende Bildung zukommen lassen müsse. Früher in die Erziehung der Mädchen waren wichtig Schamhaftigkeit, Keuschheit, Demut und Schweigsamkeit, nun die intellektuelle Bildung für die Frau wurde gefordert, damit sie dem Gatten eine ebenbürtige Partnerin sei und ihre Kinder selbst in den Anfängen der Wissenschaften unterrichten könne. An den Höfen wurde bald lehrend der Humanisten positiven Auswirkungen gefunden. Die Beherrschung des Lateinischen und die Kenntnis der antiken Schriftsteller wurden für die jungen Damen von Rang selbstverständlich.
FRAUEN IM HOF
Ihr hohes Bildungsniveau ließ die jungen Aristokratinnen zu ebenbürtigen Gesprächspartnern der Humanisten, Dichter und Künstler werden, und nicht selten bildete eine Frau den Mittelpunkt eines Kreises von Gelehrten und Dichtern.
ISABELLA D´ ESTE 1474 - 1539
Isabella d´Este war eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance. Schon in ihrer Kindheit wurde ihr zusammen mit ihren Geschwistern am kunstbeflissenen Hofe von Ferrara eine entsprechende Erziehung zuteil, die neben der Ausbildung in den gesellschaftlichen Umgangsformen, in künstlerischen und praktischen Fertigkeiten auch die Anfangsgründe des Lateinischen umfasste. Später interessierte siesich mehr dem praktischen Leben, der Jagd und Kriegsführung. Ihre Bibliothek, die sie mit gleicher Leidenschaft wie ihre Kunstsammlung zusammentrug, war umfassend, denn ihr Interesse erstreckte sich gleichermaßen auf Dichtung, Geschichte, Philosophie und Kunst . Während ihres ganzen Lebens unterhielt sie einen ausgedehnten Briefwechsel mit den berühmsten Männern und Frauen ihrer Zeit .
FRAUEN DES BÜRGERTUMS
Der Kultur der Höfe wurde aber auch für der Städte vorbildlich.Die zu großem Reichtum und politischer Macht gelangten Florentiner Geschlechter der Kaufleute und Bankiers glichen ihren Lebenstil seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert mehr und mehr dem aristokratischen Milieu an. Doch waren die Entfaltungsmöglichkeiten der Frauen in diesen Kreisen weitaus begrenzter. Ihre Kindheit vollzog sich vielfach in der Abgeschlossenheit der Klosterschulen, und auch die Ehe beschränkte ihren Wirkungskreis ganz auf die häuslichen Plichten. Gleichwohl es kann sagen , dass neben der Herkunft aus guter Familie und einer entsprechend hohen Mitgift war der Leumund des Mädchens wichtig, ihre Tugend und ihre guten Manieren. So war auch die Bildung der Patrizierinnen wohl geringer als die mancher Kurtisanen. In den breiteren Schichten des Volkes wurde der Frau der italienschen Renaissance noch die gleiche Rolle wie im Mittelalter zugewiesen. Es heißt, dass sie ihre Kinder gottesfürchtig aufziehe und sie in der Kirche stille sei, und andererorts auch wenn möglich.
PORTUGAL , SPANIEN
Das Bildungsideal der italienischen Humaniste wirkte sich zuerst in den benachbarten romanischen Ländern aus. In Portugal, das dank seiner überseeischen Eroberungen vorübergehend das mächtigste Kolonialreich Europas mit Handelbeziehungen nach Afrika , Persien und Indien war, besangen die Dichter die schönen Damen der Gesellschaft in Lissabon. In Portugal, wie anderen Länder, die Ausbildung der Bürgertum blieb das gleiche Niveau wie früher. Hochgelehrte Frauen in Spanien wurde sich mit Griechisch und Latein beschäftigen. Dennoch war das Bild der Frau in Spanien im wesentlichen durch den ritterlichen Minnedienst bestimmt. Die Damen der Pyrenäen- Halbinsel wußten die Männer durch ihre Schönheit, Grazie und ihre Meisterschaft im Tanz zu bezaubern.
FRANKREICH
In Frankreich hatte der Wunsch nach einer gleichberechtigten Bildung für die Frau schon an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert eine selbstständige Formulierung gefunden. Im 16. Jahrhundert bestimmte der italienische Einfluß alle Bereiche. Die meisten Damen bei Hofe schienen sich aber, mehr für die tonangebende italienische Mode und Schminkretzepte als für die geistigen Probleme zu interessieren.
NÖRDLICH DER ALPEN
In den übrigen Ländern nördlich der Alpen hatte die Ausbreitung des Humanismus auch gewisse Reformen des Bildungs- und Erziehungswesen mit sich gebracht. Der allseitig gebildete, nach voller Entfaltung verlangende bürgerliche Mensch war die Grundlage für die Bestrebungen der dort in den Städten unter dem Bürgertum lebenden Humanisten. Für die Frauen der höheren Stände sahen auch diese Theoretiker eine dem Mann ebenbürtige humanistische Ausbildung vor, die auf den Elementarunterricht Kenntnisse der griechischen und lateinischen Sprache und Literatur folgen lassen sollte.
Lesen und Schreiben schienen allerdings in den Städten verbreitet zu sein, und nicht wenige Porträts von englischen und niederländischen Malern des 16. Jahrhunderts zeigen Frauen und junge Mädchen mit einem Buch oder beim Schreiben eines Briefes.
NIEDERLANDE
Vor allem in den wohlhabenden, bürgerlich orientierten Niederlanden war die Volksbildung hoch entwickelt, selbst die Bauern waren vielfach keine Analphabeten mehr. Den Frauen aber rühmten die Zeitgenossen Schönheit und Sittenstrenge nach. Es ist bewiesen, dass gebildete Damen des Nordens ebenso wie ihre italienischen Schwestern sich zuweilen auch für die technisch-physikalischen Errungenschaften, die neuen Erfindungen und Geräte ihrer Zeit interessierten. Das galt wahrscheinlich besonders für die weltoffenen Handelsstädte aller Länder, in denen Universitäten begründet wurden und eine Blüte der Naturwissenschaften begann.
DEUTSCHLAND
In Deutschland traf man hochgebildete Frauen – wie schon im Mittelalter – vor allem in der Klöstern an. In den Nonnenklöstern der süddeutschen Städte wandten sich einzelne hochgebildete Frauen zu dieser Zeit sogar den neuen humanistischen Studien zu. Allerdings waren ihrem Interesse an den „heidnischen Wissenschaften“ glaubensbedingte Schranken gesetzt. Der Mehrzahl der Frauen blieb aber doch die Möglichkeit zur eigenen Bildung und Beschäftigung mit den Wissenschaften versagt. Obwohl der Anteil der bürgerlichen und adligen Frauen an der Ausbreitung der Reformation ziemlich groß war, brachte diese zumindest im lutherischen Gebiet eine beträchtliche Beschränkung des weiblichen Betätigungsfeldes auf Haushalt und Familie. Vereinzelt nahmen sich fürstliche Frauen der Mädchenerziehung an und ließen Schulen errichten. Aber selbst in adligen Kreisen war die Erziehung der Mädchen vielfach auf Anstandslehre, Frömmigkeit und Handarbeiten beschränkt.
2)Anfänge Weiblichen Kunstschaffens
NONNENKLÖSTER
Im Mittelalter waren die Nonnenklöster und die Fürstenhöfe Zentren weiblichen Kunstschaffens, das freilich nur bedingt als Berufstätigkeit im beschriebenen Sinne bezeichnet werden kann. Die Nonnen waren ob Stickereien, Buchillustrationen und Miniaturen, Kalligraphien, Teppichwirkereien, in einzelnen Fällen auch Gemälde oder Kleinplastiken, ökonomisch ihren Klöstern verpflichtet.
BILDENDE KUNST
In der bildende Kunst sind für das 16.Jahrhundert nicht nur Italien, sondern auch nördlich der Alpen eine ganze Reihe von Künstlerinnen namentlich belegt, die die Malerei nicht zum Zeitvertreib, sondern als Beruf betrieben. Aber nur von wenigen sind heute allerdings noch gesicherte Werke nachweisbar. Die strenge Zunftordnungen in den deutschen Städten erlaubten den Frauen in allen Handwerken und Gewerben nur eine untergeordnete Tätigkeit.
In Italien war dem künstlerischen Schaffen breiterer Raum gewährt, so dass dort auch schon außerhalb der väterlichen Werkstatt selbstständig arbeitende und mite den männlichen Kollegen ernsthaft konkurrierende Malerinnen auftraten.
An den Höfen war die künstlerische Betätigung indes wohl nie mehr als ein spielerischer Zeitvertreib.
MUSIK
In der Renaicansse genoß insbesondere die Musik allgemein große Wertschätzung und war ein wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens aller Stände. Zahlreiche Gemälde vermitteln und eine Vorstellung von diesen musikalischen Unterhaltungen im Freundes- und Familienkreis, bei denen den weiblichen Teilnehmern stets die wichtigste Rolle zukam. Auf Familienbildern spielen Frau und Töchter meist die Instrumente , und auch bei singenden Gruppen bilden die Damen nicht selten den Mittelpunkt und sind als Notenschriftkundige zu erkennen. Die Ausbildung in der Musik war zum Teil sogar in den Schulunterricht einbezogen, und in der höfischen Gesellschaft gehörten Tanz und Musik zum festen Bestandteil der Mädchenerziehung. Die berufsmäßige Musikausübungen durch Frauen ist aber nicht bekannt.
DICHTKUNST
Das Dilettieren in der Dichtkunst blieb mit wenigen Ausnahmen auf die höheren Gesellschaftskreise beschränkt. In den Gebieten, in denen die Reformation den Sieg davongetragen hatte, schrieben einige Frauen geistliche Lieder, in den romanischen Ländern aber sind für viele hochgebildete Damen eigene literarische Versuche belegt.
KUNSTSAMMLERINNEN
Viele fürstliche Frauen haben als Kunstsammlerinnen bekannt geworden. In Frankreich ist zumindest ein überliefertes Sammlungsinventar dieser Zeit dem Kunstinteresse und Fleiß einer Frau zu verdanken.
Schluss
Den Frauen der Renaissance, wie Frauen der Mittelalter, wurden alle politischen Rechte verweigert und erlaubterweise abhängig von ihren Ehemännern betrachtet. Von Frauen aller Gesellschaft Schichte wurde erwartet, in erster Linie die Aufgaben der Hausfrau durchzuführen. Ländliche Frauen arbeiteten im Feld neben ihren Ehemännern und ließen das Haus laufen. Die Frauen der Mittelstand-Ladenbesitzer und Kaufleute haben häufig ihrem Gatten beim Geschäft geholfen. Zwar waren Frauen der höchsten Stand, sogar von den Bediensteten gesorgt, aber sie haben häufig an den Aufgaben des Haushalts, nähend, kochend, und unterhaltend teilgenommen. Frauen, die nicht heirateten, haben keine Erlaubnis erhalten, unabhängig zu leben. Stattdessen lebten sie in den Haushalten ihrer männlichen Verwandten oder, häufig, in einem Kloster.
Die humanistischen Strömungen und Neuordnungen in der Renaissance bewirkten zwar eine Aufwertung der Frau in der städtischen Gesellschaft, erhielten jedoch die Unterordnung der Frau unter die Autorität des (Ehe)Mannes aufrecht. Für das Berufsbild der Bildenden Künstlerin bietet sich als zeitlicher Ausgangspunkt die Epoche der Renaissance an, in deren Verlauf zum ersten Mal Frauen in größerer Zahl, in der Hauptsache Malerinnen, als Berufskünstlerinnen auf den Plan traten.
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Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #1 Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #2 Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #3 Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #4 Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #5 Status der Frau im 16-Jahrhundert in Europa #6
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Autor katu90 Õppematerjali autor
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