Für die Frauen der höheren Stände sahen auch diese Theoretiker eine dem Mann ebenbürtige humanistische Ausbildung vor, die auf den Elementarunterricht Kenntnisse der griechischen und lateinischen Sprache und Literatur folgen lassen sollte. Lesen und Schreiben schienen allerdings in den Städten verbreitet zu sein, und nicht wenige Porträts von englischen und niederländischen Malern des 16. Jahrhunderts zeigen Frauen und junge Mädchen mit einem Buch oder beim Schreiben eines Briefes. NIEDERLANDE Vor allem in den wohlhabenden, bürgerlich orientierten Niederlanden war die Volksbildung hoch entwickelt, selbst die Bauern waren vielfach keine Analphabeten mehr. Den Frauen aber rühmten die Zeitgenossen Schönheit und Sittenstrenge nach. Es ist bewiesen, dass gebildete Damen des Nordens ebenso wie ihre italienischen Schwestern sich zuweilen auch für die technisch-physikalischen Errungenschaften, die neuen Erfindungen und Geräte ihrer Zeit interessierten
Eines Tages hat er doch einen bekommen, die Handschrift war aber nicht von Elisabeth, sondern von seiner Mutter und unter anderem schrieb sie, dass Erich sich gestern endlich das Jawort von Elisabeth geholt hat, nachdem sie in dem letzten Vierteljahr zweimal vergebens angefragt hatte. (Z. 29-31, S. 21) Noch hat Reinhard gelesen, dass die Hochzeit bald sein soll. Damit ist der Abschnitt auch zu Ende. Es wird nichts über Reinhards Gefühle geschrieben, wie er sich bei dem Lesen des Briefes gefühlt haben könnte. Als seine Mutter in ihrem Brief zu diesem Thema kam, war sie sehr vorsichtig. Sie hatte angefangen: ,,In Deinem Alter, mein liebes Kind, hat noch fast jedes Jahr sein eigenes Gesicht: denn die Jugend läßt sich nicht ärmer machen. Hier ist auch manches anders geworden, was Dir wohl erstan weh tun wird, wenn ich Dich sonst recht verstanden habe." Sie bereitet Reinhard langsam vor auf die für ihn schlimme Nachricht. Und er muss sich dabei richtig schlecht gefühlt haben