dann Beruf? Die Minderheit hat das aber gar nicht noch überlegt. Sie sind nicht so zielbewusst wie die Männer, deswegen weissen sie nicht, was sie machen möchten. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile. Ich denke, dass die Frauen haben alle Chancen, selbst über ihr Leben zu entscheiden. Sie dürfen aber die Entscheidung, wann sie ein Kind haben will, nicht dauernd vor sich herschieben. Das wichtigste ist, dass sie vernünftige Ausbildung, gute berufliche Ausbildung und viel Mut haben. Heute ist es sehr populär, wenn die Frauen Karriere machen, weil sie erfolgreich, wie die Männer sein will. Es ist ein Fortschritt für die Frauen. Sie machen Studium, verdienen viel Geld und leben reichlich. Es gibt keine Pflichten und weniger Probleme. Es gibt aber auch keine Freude, wenn sie alt sind und keine Kinder oder Enkelkinder und Erbe haben. Sie wohnen allein in einem grossen Haus.
muss sich vor der Parteileitung der SED sowie vor vielen Kollegen rechtfertigen und ihren eigenen Standpunkt erklären. Da ihre Reportage nicht veröffentlicht wird, schreibt sie einen Beschwerdebrief an den ,,Hohen Rat", der der Partei den Auftrag gibt, die Beschwerdeführerin auf ihre politische Einstellung zu überprüfen. Am Ende des Romans steht der Erfolg, dass das Braunkohlekraftwerk in Bitterfeld ,,unter Berücksichtigung der Bürger von B."[1] geschlossen wird. Die berufliche Zukunft der Journalistin lässt Monika Maron letztendlich offen. Josefa Nadler ist 30 Jahre alt, geschieden, hat einen Sohn und ist allein erziehend. Ihr Privatleben leidet unter dem beruflichen Druck. Sie wünscht sich, in ihrem Beruf die Wahrheit schreiben zu dürfen, und sehnt sich somit nach Presse- und Meinungsfreiheit in der DDR. Andere wichtige Bereiche, mit denen sich die Autorin in ihrem