Status der Frau im 16. Jahrhundert in Europa
In Deutschland traf man hochgebildete Frauen wie schon im Mittelalter vor allem in der
Klöstern an. In den Nonnenklöstern der süddeutschen Städte wandten sich einzelne
hochgebildete Frauen zu dieser Zeit sogar den neuen humanistischen Studien zu. Allerdings
waren ihrem Interesse an den ,,heidnischen Wissenschaften" glaubensbedingte Schranken
gesetzt. Der Mehrzahl der Frauen blieb aber doch die Möglichkeit zur eigenen Bildung und
Beschäftigung mit den Wissenschaften versagt. Obwohl der Anteil der bürgerlichen und
adligen Frauen an der Ausbreitung der Reformation ziemlich groß war, brachte diese
zumindest im lutherischen Gebiet eine beträchtliche Beschränkung des weiblichen
Betätigungsfeldes auf Haushalt und Familie. Vereinzelt nahmen sich fürstliche Frauen der
Mädchenerziehung an und ließen Schulen errichten. Aber selbst in adligen Kreisen war die
Erziehung der Mädchen vielfach auf Anstandslehre, Frömmigkeit und Handarbeiten
beschränkt.