Zwiebelfisch: Ziehen Sie die Brille aus! (Tekstianalüüs)
Die Saarländer zum Beispiel ziehen Mützen an und Brillen aus, und es hat keinen Sinn, ihnen zu erklären, dass es im Falle der
Brille "abnehmen" heißen müsse, weil die Saarländer das Wort "nehmen" nicht kennen.
Beim An und Ausziehen macht die Regionalsprache auch vor Uhren und Schmuck nicht halt. Standardsprachlich werden
Armbanduhren "um und abgebunden", norddeutsch auch gern "um oder abgemacht" ("Vergiss nicht, vor dem Baden die Uhr
abzumachen!") in anderen Gegenden aber auch "angezogen". Ebenso kann man gelegentlich hören, wie jemand darüber
klagt, dass er seinen Ehering nicht mehr ausziehen könne. Und was ist mit dem Kopftuch? Kann man das ebenfalls an und
ausziehen? Diese Frage habe ich in der sogenannten Kopftuchdebatte bislang vermisst!
Eine junge Dame vom Niederrhein entdeckte beim Shoppen in Hamburg eine Handtasche, in die sie sich sogleich unsterblich
verliebte