Status der Frau im 16. Jahrhundert in Europa
die geistigen Probleme zu interessieren.
NÖRDLICH DER ALPEN
In den übrigen Ländern nördlich der Alpen hatte die Ausbreitung des Humanismus auch
gewisse Reformen des Bildungs- und Erziehungswesen mit sich gebracht. Der allseitig
gebildete, nach voller Entfaltung verlangende bürgerliche Mensch war die Grundlage für die
Bestrebungen der dort in den Städten unter dem Bürgertum lebenden Humanisten. Für die
Frauen der höheren Stände sahen auch diese Theoretiker eine dem Mann ebenbürtige
humanistische Ausbildung vor, die auf den Elementarunterricht Kenntnisse der griechischen
und lateinischen Sprache und Literatur folgen lassen sollte.
Lesen und Schreiben schienen allerdings in den Städten verbreitet zu sein, und nicht wenige
Porträts von englischen und niederländischen Malern des 16. Jahrhunderts zeigen Frauen und
junge Mädchen mit einem Buch oder beim Schreiben eines Briefes.
NIEDERLANDE