" Philipp ist Journalist und hat, wie er findet, eine "flotte Schreibe". Damit meint er seinen Schreibstil. Meine "Denke" sei manchmal ganz schön verdreht, sagt er. Ich denke, mit "Denke" meint er meine Denkweise. Als ich zuletzt bei Philipp und seiner Freundin Maren zum Essen eingeladen war, sagte ich anerkennend: "Du hast eine flotte Schreibe, und Maren hat eine tolle Koche! Das ist die perfekte Mische!" Philipp stutzte, dann verstand er und erwiderte lachend: "Und du hast hoffentlich eine gute Verdaue, denn es gibt noch Nachtisch!" Mein Freund Henry hätte weniger Nachsicht. Er brachte seine Einstellung zur umgangssprachlichen Verkürzung einmal auf folgende Formel: "Coole Denke, flotte Schreibe - Scheißsprech!" Dabei ist dieser Vorgang nicht einmal neu; einen Hang zur Verkürzung und Vereinfachung hat es immer schon gegeben. Schon früher machte man umgangssprachlich "die Biege" und
"Selbstverständlich", erwiderte ich, "es wird mir ein Vergnügen sein!" Sie reichte mir die Kamera und stellte sich zu ihrem Freund. Das erste Foto erschien mir recht gelungen, aber ich wusste, dass es noch besser geht: "Könnten Sie vielleicht die Sonnenbrillen abnehmen?" "Kein Problem!" Die Frau setzte die Brille ab, und da ihr Freund es ihr nicht sofort gleichtat, stieß sie ihn an und rief: "Los, zieh die Sonnenbrille aus!" Ich stutzte: Hatte ich richtig gehört? "Haben Sie gerade gesagt, er soll die Brille ausziehen?", fragte ich sicherheitshalber nach. "Ja!", erwiderte sie achselzuckend, "das hatten Sie doch vorgeschlagen?" Da gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder handelte es sich bei der Brille ihres Freundes um eine DetektivSonnenbrille mit TeleskopBügeln, die man auf eine Länge von bis zu einem Meter ausziehen kann oder die beiden kamen von einem fremden Planeten und sprachen eine seltsame Sprache. "Ich