Status der Frau im 16. Jahrhundert in Europa
Die zu großem Reichtum und
politischer Macht gelangten Florentiner Geschlechter der Kaufleute und Bankiers glichen
ihren Lebenstil seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert mehr und mehr dem aristokratischen
Milieu an. Doch waren die Entfaltungsmöglichkeiten der Frauen in diesen Kreisen weitaus
begrenzter. Ihre Kindheit vollzog sich vielfach in der Abgeschlossenheit der Klosterschulen,
und auch die Ehe beschränkte ihren Wirkungskreis ganz auf die häuslichen Plichten.
Gleichwohl es kann sagen, dass neben der Herkunft aus guter Familie und einer entsprechend
hohen Mitgift war der Leumund des Mädchens wichtig, ihre Tugend und ihre guten Manieren.
So war auch die Bildung der Patrizierinnen wohl geringer als die mancher Kurtisanen. In den
breiteren Schichten des Volkes wurde der Frau der italienschen Renaissance noch die gleiche
Rolle wie im Mittelalter zugewiesen. Es heißt, dass sie ihre Kinder gottesfürchtig aufziehe