1(8) Das Renaissance-Epitaph in der St. Benedikt Kirche in Herbern
Da die Sterbedaten des Ehepaares angegeben sind, weiß man,
dass das Werk Ende des 16. Jahrhunderts erstellt worden ist. Der Bildhauer ist bis-
her unbekannt.
(Fotos: Cramer)
Das Ehepaar steht betend da, mit Kopf und Schultern an ein Kissen gelehnt. Die
Tracht ist zeitgenössisch, spanisch. Der Graf ist in Harnisch, Degen und Dolch sind
mit Lederriemen in der Taille an den Plattenpanzer gehängt, hat aber zum Gebet die
Handschuhe ausgezogen und auf den Boden hinter sich gelegt. Der gefederte Helm
liegt mit offenem Visier zwischen seinen Füssen. Die beiden Hände sind in Höhe der
Brust zum Gebet verschränkt (nach Art „betende Hände“). Der Graf steht in einer na-
türlichen Haltung, die Füße sind richtig gestellt. Der eine, der etwas sichtbare rechte
Fuß der Gräfin deutet auch auf sicheres Stehen hin, was bedeutet, dass das Epitaph
zu Lebzeiten beider gefertigt wurde, also vor1591, obwohl die hinterlegten Kopfkis-
sen Ruhe und Liegen ausdrücken