1(8) Das Renaissance-Epitaph in der St. Benedikt Kirche in Herbern
ne Wand, insbesondere in eine Kirchenwand zu verlegen und den Sarkophag, auf
dem die Gestalt des Verstorbenen ruht, mit einem Baldachin zu überwölben. In
Deutschland ist zu dieser Zeit die Form des Wandnischengrabes mit eingezogener
Tumba sehr selten und nur in der Gegend Straßburg – Trier – Koblenz bekannt. 1
Mitte des 16.Jahrhunderts kam im ganzen Norden Europas (vom Westen bis zum
Baltikum) die Mode auf, Gräber von wichtigen Personen des Adels und der Kirche
mit Epitaphien zu versehen. In der Literatur ist häufig erwähnt, dass der Antrieb die
Sorge um die Erhaltung des persönlichen Gedächtnisses sei. „Häufig tritt auf diesen
Grabsteinen der Frömmigkeitsausdruck zurück gegenüber der Betonung der hohen
Stellung und der Verdienste des Verstorbenen, des Ruhmes, den er bei Lebzeiten
genossen hat und der ihn übers Grab hinaus erhalten bleiben soll. Nur selten wird
der Tote durch ein unter den Kopf geschobenes Kissen als liegend gekennzeichnet.